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Oldboy (2003)

Eine Kritik von der Monk (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 07.09.2004, seitdem 2211 Mal gelesen


Nach endlosen Lobeshymnen auf den Film hab ich ihn mir dann auch im Kino angesehen um zu sehen, was an dem gefeierten, brutalen Racheakt so alles dran ist (dazu sollte man sagen, daß ich mit asiatischen Filmen (dH eben ihre Machart, Handlungsweisen der Akteure usw.) bis auf "The Killer" schon immer eher wenig anfangen konnte:

Am Anfang bringt man uns in einer (ungewollt?) komischen Szene den "Helden" der Story, Dae-Su Oh näher, wie er Ende der 80er betrunken auf der Polizeiwache sitzt. Sein bester Freund holt ihn ab, doch schon auf dem Heimweg wird Dae-Su entführt...

Die nächsten Filmminuten sind wirklich gelungen - in jeder Szene kann man die Einsamkeit während der 15 Jahre Gefangenschaft Dea-Sus richtig spüren. Ebenfalls hört man hier erstmals die gelungene Musikuntermalung des Films - auch sie passt eigentlich immer zu der jeweiligen Situation.

Nachdem Dae-Su dann allerdings wieder "frei" ist, ändert sich dann aber auch leider der Film vollkommen. Was folgt sind eine brutale Szene, eine gelungene (aber leider auch die einzige) Actionszene, eine eklige Szene (obwohl das Verspeisen von lebendigen Tintenfischen in manchen Teilen Koreas durchaus eine Spezialität) und vor allen Dingen sehr viele Längen. Bis Dae-Su nämlich herausgefunden hat wer und warum ihm das angetan hat weiß dieses der Zuschauer schon längst - besonders die letzte halbe Stunde vor dem Ende (Showdown?) ziehen sich ewig hin.

Sicherlich: der eigentliche Clou des Endes überrascht doch ein wenig (obwohl man als aufmerksamer Zuschauer auch draufkommen kann) - dennoch kann mich das Ende kein bisschen überzeugen: einen Mann 15 Jahre lang einzusperren und seine Frau zu töten, alles wegen diesem Grund? In meinen Augen ist das doch sehr weit hergeholt. Auch die Erklärungen am Ende sind doch ziemlich konstruiert.

Besonders hervorgehoben wird die Optik des Films - meiner Meinung nach versucht Park hier zu sehr Fincher zu kopieren - besonders wenn Dae-Su einmal den Schlagwinkel mit Hilfe einer gepunkteten Linie einschätzt - dies mag zwar eine nette Idee sein, passt aber kein bisschen in den sonst sehr düsteren Grundton des Films.

Die Schauspieler sind im Prinzip allesamt recht passabel, anzumerken ist, daß die deutsche Synchro für einen asiatischen Film sehr gut gelungen ist.

Ingesamt also in meinen Augen völlig überschätztes, langatmiges und unausgegorenes Rachedrama mit guter Optik/Musik und wenigstens einem überraschenden Ende. Wer allerdings einen (wie überall angekündigt) blutigen Rachethriller erwartet, wird bitter enttäuscht sein.

3/10


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