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Brotherhood (2004)

Eine Kritik von Seiby (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 26.12.2006, seitdem 431 Mal gelesen


Die Geschichte des Films ist die zweier Brüder, die überraschend und
unfreiwillig in den Militärdienst geraten, als in Korea 1950 der Krieg
ausbricht. In der Armee kämpfen sie zusammen auf Seiten der Südkoreaner
gegen die kommunistischen Nordkoreaner. Das Ziel Beider ist überleben
und zu ihrer Familie zurück zukehren, doch ihre Wege trennen sich mit
dem Kriegsverlauf immer mehr, bis sie sich gegenseitig fast nicht mehr
wiedererkennen.



Kriegsfilme kommen scheinbar nie aus der Mode. Obwohl Filme wie Saving
Private Ryan, Platoon, Full Metall Jacket oder jüngst 'Wir waren
Helden' doch schon einen Großteil der Kriege abdecken und zurecht von
Kritikern wie Publikum gelobt wurden. Der Koreakrieg taucht in diesem
Genre hier meiner Meinung nach zum ersten Mal richtig groß inszeniert
auf und hebt sich so von seinen Genrevertretern, die fast nur den 2.
Weltkrieg oder Vietnam behandeln, ab.

Der Film erzählt aber weniger den Krieg und die politischen
Hintergründe nach und fragt nicht nach den Auslösern oder wer am Ende
der Sieger ist. Was zählt sind die Opfer, das Einzelschicksal, das
sich aber sicherlich mehr als einmal abgespielt hat. Untermalt werden
die tragischen Szenen von sehr passenden orchestralen Klängen, die den
Zuschauer nochmal mehr emotional ansprechen als es die Bilder alleine
vermögen. Einen heroischen Score, wie bei einer Bruckheimer Produktion,
sollte man nicht erwarten, der wäre hier auch etwas fehl am Platz.



Die Bilder sind direkt, draufgehalten und mittendrin. Eine verwackelte
Kameraführung, schnelle Schnitte, Dreck, Blut und viel Elend bestimmen
die Schlachten. So intensiv hat man Gefechte selten miterlebt. Ohne
Glorifizierung, Patriotismus oder Tadelung kommt der Film aus und
vereint das Drama um die Brüder und ihre Familie perfekt mit den
Kriegsschauplätzen. Klisches oder aufgesetze Beziehungskisten, wie man
sie aus Hollywood beinahe schon gewöhnt ist, sucht man hier vergeblich.



Die Schauspieler haben ihren Anteil daran. Allen voran die der zwei
Brüder, die glaubhaft die Rollen vertreten und ihre Wandlung möglichst
realistisch rüberbringen. Das Overacting, das immer mal wieder in
anderen fernöstlichen Filmen zu Tage tritt, wird hier zum Glück
unterbunden.



Der Film hat mich von der ersten bis zur letzten Minute voll überzeugt.
Der Filmuntertitel 'Der härteste Kriegsfilm unserer Zeit' ist
gerechtfertigt. Hut ab vor diesem Werk!

10/10


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