Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 13.12.2006, seitdem 583 Mal gelesen
Jede Trilogie braucht ihren Abschluß.
Infernal Affairs war ein dermaßen großer Film mit einem derart unerwartet dunklen Ende, dass das Publikum wohl unbedingt einen positiven Schlußstrich wollte.
Wohl nicht unähnlich French Connection....
Doch auch hier zeigt sich, dass sich das Hong Kong Kino äußerst positiv entwickelt hat.
Anstatt alte Kalauer aufzuwärmen und eine bereits erfolgreiche Formel in bewährter Form auszunutzen, beschreitet man hier stilistisches Neuland, um ein für allemal klar zu stellen: Dies ist der letzte Teil der Trilogie, es wird keine weitere Fortsetzung geben, Rocky wird den Ring nie wieder betreten. Basta!!
Allein dieser Vorsatz verdient einen dicken Bonus.
Die Durchführung ist etwas schwerer nachzuvollziehen, da hier in verschiedenen Zeitebenen herumgesprungen wird, selbst dann nicht chronologisch, und um das alles noch zu verkomplizieren, werden surreale Einflüsse miteingebracht, wie z.B. Hypnosephantasien und Alpträume.
Manchmal hat man das Gefühl, hier würde ein buddhistisches Reinigungsritual durchgeführt, so fremdartig und merkwürdig kommt einem die Durchführung der Inszenierung vor.
Zu fesseln vermag dieser Teil nun nicht mehr durch seine überragende Geschichte sondern durch seine komplexe Erzählstruktur, ein Moment der Unaufmerksamkeit könnte ja den gesamten Filmgenuß zerstören, man könnte ja etwas verdammt wichtiges verpaßt haben.
Dennoch: Selbst dafür ist dieser Teil überdurchschnittlich gut, vermag zu fesseln, hat eine sensationelle Optik und eine Auflösung, die - kennt man die ersten beiden Teile (und das ist auch hier unerläßlich) - zynischer und gemeiner eigentlich nicht sein könnte.
Erwartet der Zuschauer endlich eine konventionelle Bestrafung des vermeintlich Bösen, so wird hier selbst das noch multipliziert, so dass man schon noch Mitleid mit ihm hat.
Dennoch, als ein Zuschauer, der die konventionelle lineare Erzählweise gewohnt ist, muß man den Film letztendlich als den schwächsten dieser Trilogie ansehen. Das jedoch verwundert nicht im Geringsten, denn selbst beim Paten (wieder einmal dieser Vergleich - wie ein roter Faden) ist der dritte der mit ganz großem Abstand der schlechteste Teil. Hier ist er halt nur etwas schlechter, mag sogar nur an den Sehgewohnheiten des Betrachters liegen....
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