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Infernal Affairs 3 (2003)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 12.03.2004, seitdem 2302 Mal gelesen
Hier nun ein gutes Beispiel, warum man bei einer Trilogie nicht den letzten Teil zuerst sehen sollte. Jedem Zuschauer sei vorweg erstmal geraten sich zumindest den ersten Teil, an dem dieser Teil anknüpft, vorweg zu sehen, da so einige Verständnisprobleme wohl zu minimieren sind. Dennoch, bin ich der Meinung, dass ein Film, auch wenn er Teil einer Reihe ist, auch für sich funktionieren muss, womit „Internal Affairs 3“ dann doch massiv Probleme hat.
Wer hier nun einen asiatischen Actionthriller erwartet, der wird schwer enttäuscht sein, da der Abschluss der Reihe eher ein Drama mit Krimielementen ist, das massiv zwischen zwei Zeitebenen hin und her springt. So ist schon der Anfang nicht unbedingt leicht verständlich, da auch die Hauptcharaktere so eingeführt werden, dass ein Vorwissen um diese Figuren fast unumgänglich ist, um den späteren Plot folgen zu können.
Primär sehen wir Undercoverbulle Yan, der drauf und dran ist den Triadenchef Sam dingfest zu machen und nur noch die letzten Schritte gegen ihn einleiten, beziehungsweise Beweise abliefern muss. Die Arbeit ist alles andere als leichtgängig, sondern überaus erniedrigend und gefährlich. In diesem Dilemma sorgt die Nähe zu einer Psychiaterin für den einzigen Lichtblick am Horizont. In der Gegenwart muss Cop Ming feststellen, wie sein Privatleben langsam vor die Hunde geht, seine Ehe in Scherben liegt und ein aufstrebender Cop seine Karriere zu zerstören droht, indem er selbst massive Erfolge feiert. Hier wird „Internal Affairs 3“ fast ausschließlich zu einem Drama um dem sich verlierenden Polizisten, der Zerstörung seiner Existenz und der Vernichtung seiner Träume steht. Beruflich wie privat steht er vor dem Nichts – wo also den Ausweg hernehmen?
In dieser in kühlen Farben gehaltenen und gut gespielten Charakterdarstellung Mings darf der Zuschauer in aller Ausführlichkeit in seine Gedankenwelt eintauchen. Parallel dazu werden indes immer wieder ähnliche Situationen um Yan eingeworfen, so dass der Zuschauer über beide Personen reflektieren muss und sich aus deren Handlungen und Entscheidungen sein eigenes Bild macht.
Mit diesem Streich schafft sich der Film aber sein größtes Problem, denn es erweist sich als recht schwierig die neu auftauchenden Charaktere einzuordnen und der verschachtelten Story einigermaßen zu folgen. Nebenher wird nämlich immer noch die Entwicklung Leungs (Mings Konkurrenz) weitergesponnen, was auch Aufmerksamkeit abfordert.
Action gibt es zur am Ende und die ist dann auch eher unspektakulär gehalten, was ich „Internal Affairs 3“ jedoch nicht ankreiden will, da er nie Shootoutspektakel, sondern anspruchsvolles Kino, sein wollte. Nun vielleicht wollte er zu anspruchsvoll und zu komplex sein, denn Filmvergnügen definiert sich immer noch über den Unterhaltungswert und der fällt hier insgesamt leider recht dürftig aus. Nichts gegen Filme die Mitdenken verlangen, aber wenn der Film permanent zum Grübeln zwingt, machen sich irgendwann Abnutzungserscheinungen bemerkbar und der Zuschauer wird müde. Genau das passiert hier.
Ich mag dem Film seine tolle, spannende und kühle Inszenierung genauso wenig wie gute schauspielerische Leistungen, absprechen, nur ohne den Vorgänger zu kennen scheint hier nicht viel zu funktionieren und wird der Plot zu anstrengend. Der ewige Vergleich zweier Charakter ist angesichts der doch recht hohen Laufzeit auch insgesamt etwas wenig um einen Film interessant auszufüllen.
Fazit:
So bleibt eine überladene, komplexe Charakterstudie zweier Cops, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her springt, um beide zu bewerten. Sicher nichts, was den Durchschnittszuschauer überfordern dürfte, wohl aber ein Film der recht viel Vorwissen voraus setzt. Zu Beginn noch interessant nehmen sich die beiden Regisseure dann doch etwas viel vor. Vielleicht lag’s auch an meiner Müdigkeit, oder aber auch dem fehlenden Interesse am asiatischen Sektor…
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