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Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs, Der (2003)

Eine Kritik von Dr. Till (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 18.01.2007, seitdem 435 Mal gelesen


Hier ist er also, der pompöse Abschluss DER Fantasytrilogie überhaupt. Für die zwei Leute, die nicht wissen, worum es eigentlich geht: Frode Beutlin (Elijah Wood) bringt einen ultimativ-bösen Ring quer durch den Fantasykontinent Mittelerde zum einzigen Ort, an dem er vernichtet werden kann: Dem Schicksalsberg (Orodruin). Ex-Ringinhaber Sauron stinkt das gewaltig, weshalb er mit unendlichen Scharen Orks (gemeine Schweinemenschen (nach einer plumpen Elderscrolls-Definition)) über die friedlichen Völker her ziehen lässt. Zeit also für die verschieden Rassen und Geschlechter, an einem Strick zu ziehen. Nebeneffekt ist die namensgebende Rückkehr des Königs: Aragorn (Viggo Mortensen) steht jener Platz aus erbschaftlichen Gründen zu und eine Wiedervereinigung aller Menschengeschlechter kann nur zu seinem Besten sein. Und so heißt es auch im dritten Teil der Saga: Gut gegen Böse - möge das Mächtigere gewinnen!

Der Film lebt zu großen Teilen von der Bombastinszenierung. Soll heißen: Der Score ist wie schon bei den Vorgängern auf allerhöchstem Nieveau und erzeugt beste Fantasystimmung. Neuseeland liefert erneut die perfekte Kulisse für die Filmwelt und begeistert mit schier traumhaften Landschaften. Besonders im dritten Teil häufen sich die einprägsamen Panoramaaufnahmen und verquirlen sich zusammen mit der Musik zu einer audiovisuell perfekten Komposition. Mit dabei sind auch die adrenalingeladenen Schlachten, quantitativ nicht weit vom zweiten Teil entfernt und bis ins kleinste Detail durchgestyled. Ab und an verliert sich die Schlachtpalette zwar durchaus mal in unübersichtlichen Haudrauf (zumindest am Ende), insgesamt ist mit Olifanten, Drachen, einer Geisterarmee, interessanter Kriegsmaschinerie und den erheiternden Wettkämpfen zwischen Legolas und Gimli aber für viel Abwechslung gesorgt. Nicht zuletzt begeistern auch pompös gestaltete Städte oder die exquisiten Computeranimationen, wobei der zwielichtige Gollum zweifellos den Höhepunkt darstellt.

Die Story erweist sich wie schon beim Vorgänger als erfreulich abwechslungsreich, da das Geschehen ja auf mehrere Ebenen verteilt ist: Nicht nur Frode zieht zusammen mit Sam und Gollum seines Weges, auch Gandalf spaltet sich im Verlauf des Films von Aragorn ab. Äußerst positiv ist dabei zu bewerten, dass wirklich kein Charakter (zumindest in der Extended Version) zu kurz kommt; Aragorns Werdegang zum Menschenführer wird genauso kompetent ausgeleuchtet wie das Geschehen um die beiden Hobbits Pippin und Merry, die "Ich-schmeiß-mich-an-jeden-ran"-Jungfer Eowyn oder den Elbenboss Elrond. Sogar zu Gollum gibt es ein paar erklärende Bilder. Der Film behandelt zig Einzelschicksale und das Kunstück, dass der Streifen dabei selten überfrachtet wirkt, ist Jackson ohne Zweifel gelungen. Auf der anderen Seite lahmt aber vor allem Frodos Plot die erste Hälfte über (immerhin 2 Stunden...) erstaunlich intensiv. Neben der "Wir-gehen-einfach-so-durch-die-Landschaft"-Thematik liegt das aber auch an den angedichteten Ambitionen Gollums, Frodo gegen Sam auszuspielen, was irgendwie überreizt wird. Auch auf Aragorns Seite ist die Spannung nicht immer monumental, nach diversen lokalen Spannungshochs kommt der Film bisweilen auch zu einer erstaunlichen Ruhe; die brillante Atmosphäre jedoch erstickt etwaige Langeweile im Keim.

Bei den Darstellern geht ansonsten alles in Ordnung; Woods Mimik wirkt zwar ab und an etwas festgefahren, aber er ist ja schließlich auch der gequälte Ringträger. Arnold Schwarzenegger als Terminator nahm auch niemand seine ernste Mimik übel. Mortensen, McKellen und Co. machen sich in dem seriösen Fantasysetting auch wirklich blendend.

"Die Rückkehr des Königs" bildet einen mehr als würdigen Abschluss für die Trilogie; die Inszenierung ist nahezu perfekt und die Geschichte herrlich unterhaltsam. Über Längen z.B. bei Frodo kann man getrost hinwegsehen, denn am Ende, wenn das große Abenteuer sein Finale findet, sollte eigentlich jedes geneigte Gemüt diesen Film als tolle Unterhaltung identifozieren. Mir blieb der Sagaabschluss zudem länger im Kopf haften als seine Vorgänger!


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