|
 |

Ansicht eines Reviews
Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs, Der (2003)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 20.12.2003, seitdem 2291 Mal gelesen
Es ist vorbei. Es ist beendet. Der Herr Peter schuf eine Sage, wie sie es seit zwei Zeitaltern, nicht mehr gab und zuletzt von einem Herrn George erzählt worden ist. Allen die nicht mehr zu glauben wagten, dass in unserer Zeit noch große Geschichten zu finden sind, dem sei hiermit aufgezeigt, dass durchaus noch Hoffnung besteht, wenn Handwerker mit ihrer ganzen Liebe an der Arbeit sind. Das letzte Kapitel „Die Rückkehr des Königs“ beendet die Reise ehrvoll und würdig. Jedem Zweifler sei gewiss, dass hier ein Ende gezeigt wird, dass Meister Tolkien gefallen hätte. Wäre ihm nur die Ehre zu Teil, sich, sein Lebenswerk in Bildern gebannt, noch einmal selbst anzusehen. Tränen würden fließen.
Das Epos des Herrn Peter ist nicht nur die Geschicht’ von Frodo, Aragorn, Legolas, Gandalf und Gimli, sondern auch seine eigene. Wie er von der Insel am Ende unserer Welt vor vielen Jahren begann mit kleinen Arbeiten das große Königreich Hollywood auf sich aufmerksam zu machen, welches ihn bald in seine Dienste aufnahm. Obwohl er nicht zu der Anerkennung gelangte, die ihm zu Teil hätte werden müssen, konnte er die einflussreichsten Männer von seinen Träumen überzeugen, die ihn wieder an den Ort, wo alles begann, zurückführen sollten. Hier scharrte er tapfere Recken um sich, die mit ihm ein weltbewegendes Werk herrichten und Anhänger jauchzen lassen sollten.
Der nun letzte Teil soll alles was bisher geschah in den Schatten stellen, gönnt sich die Geschichte doch keine Ruh’ und wechselt unnachgiebig zwischen den tapferen Figuren, denen eine schwere Bürde aufgelastet worden ist - Die Rettung von Mittelerde. Eine hohe Portion an Hast ist dabei nicht zu verleugnen, denn viel wird während der Entscheidung Mittelerdes stattfinden. Endlich wird zu sehen sein, wie Smeagol an den Ring gelangte und wie dieser von ihm Besitz ergriff, ihn zu seinem Sklaven machte, seinem eigen – der für ihn morden sollte. Nur damit er seinem Meister, Sauron, endlich wieder in die Finger fallen sollte. Klar es schon bald wird, dass Frodo unlängst unter selben verderblichen Einfluss steht, von Gollum, in dem zwei Figuren zu leben scheinen, falsch geleitet und seinem Freund Sam nicht mehr vertrauend ins Verderben Kankra laufend. Erst als alles zu spät scheint, sich seiner Fehler bewusst.
Gandalf indes sich aufmachend nach Minas Tirith, um die letzte Hoffnung Mittelerdes auf ihre schicksalhafte Schlacht vorzubereiten, muss dort feststellen, dass Denethor dem Wahnsinn erliegen ist und durchaus Gewissheit über den Tod seines Sohnes besitzt. In seiner Bitterkeit seinen letzten verbliebenen Nachkommen in einen hoffnungslosen Kampf befielend, übernimmt der Zauberer die Befehlsgewalt, um die weiße Stadt vor dem anrückenden Untergang zu retten.
Derweil versuchen Aragorn, Gimli und Legolas zusammen mit den Reitern von Rohan ein Heer aufzustellen, dass Minas Tirith zu Hilfe eilen soll. Doch ausbleiben wird die erwartete Hilfe, so dass Untote, die einst dem König ihre Treue versagten, um Hilfe gebeten werden. Auf den Pelennor-Feldern sollen sie später ihren Kampfgeist unter Beweis stellen.
Aber so weit ist es noch nicht und in unvergesslichen Bildern und Musik wird geschwelgt. Howard Shore darbietet hier zum letzten Mal seine ganzes Können, dass so beeindruckend Gefühl vermitteln kann. Die bedrohlichen Trommeln in Mordor oder das feinfühlige Auenlandstück seien nur zwei Stücke dieser beeindruckenden Tonarbeit, die auf ihre Lobpreisungen in den kommenden Vergaben nur zu warten braucht.
Was zu sehen ist, bleibt haften. Man wird seinem Nachwuchs noch davon erzählen und stolz dabei gewesen zu sein, in Erinnerungen versinken. Neben den ausufernden, überlangen, dabei aber nicht ermüdenden Schlachten, sind eigentlich die unscheinbaren Momente, die Wirkung zeigen. Die luftigen Flüge um Minas Tirith, das in seinem Bau Helms Klam leicht überbietet, die schlichte Thronhalle, der Treppenstieg über Minas Morgul und besonders das Auenland zum Ende, in dem alles ein Ende findet, wo es seinen Ursprung nahm. Die Schlachten, nein die Schlacht um die weiße Stadt, die letzte Bastion der Menschheit, für Hoffnung, gleichzeitig, aber auch für Verzweiflung stehend, ist der Höhepunkt. Wir zittern um die Helden, denn hier erscheint alles möglich, selbst der Tod eines Mitstreiters. Das Ende scheint nah, alles zu spät, mit nicht mehr erwarteter Hilfe wird die Entscheidung für Minuten vertagt. Mittendrin die Gandalf, Legolas und Gimli, sich erwehrend der Nazgul, Orgs, Oger, Söldner. Alles scheint das Böse nun aufzufahren, aber Aragorn eilt zu Hilfe, die leider auch etwas nimmt die Spannung aus dem Kampf und ihn beendet schnell. Unbeschreiblich dabei die Heldentaten, allen voran Legolas, der sich ein Duell um getötete Gegner mit Gimli liefert und eins dieser phantastischen Tiere nebst Besatzung zu Boden kämpft. Nicht unähnlich des mutigen Einsatzes eines Luke Skywalkers auf einem gewissen Eisplaneten.
Neuseeland ist das Mittelerde unserer Welt. Eine Insel, die so viel Abwechslung bietet, um noch viele Geschichten erzählen zu können, aber nicht zu müssen. Fern ab von allen bisherigen Erzählungen sind die zerklüfteten Vulkanlandschaften, die ruhigen Wälder, die idyllischen Wiesen, die steinigen Berge – sie alle schmiegen sich zu einer Landschaft zusammen, wie sie wir nur in unseren kühnsten Träumen vorstellen konnten – eben so als hätte Herr Tolkien sein Buch danach erschaffen und nicht andersrum.
Die Freiheiten, die sich Herr Peter auch für seinen letzten Streich bewilligte, sind tief greifend und erst das nächste Jahr wird zeigen, wie er wirklich aussehen soll – dieser endende Traum eines Kampfes Gut gegen Böse. Vermisst wird das Ende von Saroman, das Kapern der Piratenschiffe, Gandals Kampf gegen den Hexenkönig. Einiges fällt seltsam knapp aus: Herrn Frodos und Herrn Sams Flucht aus dem Turm, der vorherige Besitzwechsel des Rings, der unerklärliche Wahnsinn Denethors. Erzählerische Zusammenfassungen all’ dies, aber zweihundert Minuten verdammt wenig Zeit sind, um so viel Handlung unterzubringen.
Dramatischer alles zu vor ist, schlichtweg genial inszeniert, ist der Marsch auf den Schicksalsberg. Herr Frodo kaum noch bei Kräften, wird von Herrn Sam getragen. Sauron ihnen auf den Spuren, die Menschen gegen eine Überzahl von Orks antretend und die Aufmerksamkeit des Auges auf sich, ab von Frodo lenkend, damit jener seine Bestimung erfüllen kann. Der Eine, er muss zerstört werden, es muss enden, in dieser ewigen Dunkelheit, heute Nacht.
Fazit:
Schwer es fällt, ein würdiges Schlusswort zu finden, bleibt das Gezeigte doch unvergesslich, sind Kritikpunkte, angesichts solch kurzer Auftritte Arwens und ihrer plötzlichen Heilung doch so offensichtlich. Dabei ist die Reihe aber dennoch ein Schatz, für den ich meinen Hintern gern knechtete, ihn ins Dunkle führte, um mich von Herrn Peters Ausdrucksstärke für alle Zeiten bannen zu lassen. Die Filmwelt ist nun nicht mehr wie sie war, sie hat sich weiter gedreht und wir drehen uns mit ihr. Herr Peter wird sich für alle Zeiten hieran messen müssen, was für ihn wiederum eine schwere Bürde bedeutet, die er sich gern auflud. Traurig, dem Abspann folgend, in der Hoffnung, das dies nicht das Ende sei, von den restlichen Besuchern, denen zum Teil die Ausmaße verschlossen bleiben, schon fast dazu gezwungen den Saal zu verlassen, wurde mir bewusst, dass ich wohl Abschied von den beeindruckendsten Bildern nehmen musste. Gern würde ich sie wieder sehen. Das Gefühl, wie es mich das letzte Mal bei Herrn Harrisons und Herrn Seans Ritt Richtung Sonne ergriff, ließ sich nicht verleugnen – Trauer. Danke, Peter Jackson!
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Blade Runner
Zurück
 |
 |
|