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Was das Herz begehrt (2003)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 25.09.2004, seitdem 1781 Mal gelesen


Die Genre erfahrene Nancy Myers (u. a. „What Women Want“) nahm bei „Something’s Gotta Give“ gleich alles selbst in die Hand, schrieb das Drehbuch, produzierte und führte nebenher noch Regie. Mit ihren Wunschbesetzungen Jack Nicholson („The Shining“, „About Schmidt“) und Diane Keaton („The Godfather“, „Annie Hall“) sollte sich ihr aktuellstes Werk als ihr bis dato erfolgreichstes herausstellen.

Die beiden laufen dann auch zur Höchstform auf, denn Gegensätze ziehen sich an und gegensätzlicher könnten die beiden kaum sein. Harry Sanborn (Nicholson) ist ein recht betuchter Musikproduzentin, der Frauen unter 30 reihenweise abschleppt und sich mit Marin (Amanda Peet, „Identity“, „The Whole Nine Yards“) ausgerechnet die jüngste Tochter der geschiedenen, erfolgreichen Bühnenautorin Erica Barry (Keaton) angelt. Das Liebespaar wollte eigentlich im familieneigenen Landsitz ein heißes Wochenende verbringen, aber Mutter nebst Schwester ist überraschend vor Ort und erblickt den gealterten Playboy als erstes in Unterhose. Der altehrwürdige erste Eindruck. Als Sanborns Herz nach zu heftigen Spielereien auszusetzen droht und der Arzt ihm Ruhe verordnet, muss Erica als seine Aufpasserin herhalten.

Nicholson wie Keaton sind schlichtweg umwerfend und zeigen für ihr Alter wirklich Mut. Während Nicholson als widerlicher Lustgreis sowieso unangreifbar ist und sich mit seinem nackten Hintern im Krankenhaus unvergesslich macht, braucht Diane Keaton etwas Zeit, um gegen die Ausnahmemimen anzukommen. Neben einer irrwitzigen Sexszene zwischen den beiden, ist ihr Höhepunkt wohl der splitterfasernackte Sprung durch das Schlafzimmer.

Die Dialoge sitzen, die Nebenrollen sind mit bekannten Gesichtern wie Keanu Reeves („The Matrix“, „Speed“) und Amanda Peet ordentlich besetzt. Leider werden Ermüdungserscheinungen bei einer imposanten Laufzeit von 130 Minuten später doch leider allzu deutlich. Ist das erste Drittel noch voll von Gags, die aus der Hassliebe zwischen Nicholson und Keaton resultieren, so drängt sich später die romantische Komponente in den Vordergrund, so dass zumindest ich meinen Spaß zwischendurch an dem Streifen verlor. Der Trailer versprach andere Qualitäten und da der Humor hier nun mal auf PG-13-Niveau bleibt, kann man schwarzen und anzüglichen Humor auch schon mal vergessen.

Nichts desto trotz macht „Something’s Gotta Give“ viel Spaß, was vor allen an den manchmal im Kontext etwas überzogen wirkenden Slapstickszenen liegt. Da versucht Nicholson nach seinem Fast-Infarkt eine Treppe zu steigen, weil der Arzt ihm gesagt hat, dass er, wenn ihm diese Übung gelingt, wieder Sex haben kann. Im Krankenhaus selbst verleugnet er Viagra zu nehmen. Er spielt dabei alle, inklusive die sich ihm entgegen stellende Diane Keaton an die Wand, ohne so widerlich wie in „As Good as It Gets“ zu werden.

Schade, dass dann später storymäßig der zuckersüße Kitsch alles so zusammenklebt, dass ein Happyend unumgänglich ist. Trotz Beziehungsproblemen soll hier jeder seinen Partner finden und das riecht dann doch stark nach Klischee. Mag den Genrefans in diesem Fall sicher gefallen haben, aber mein Fall war das nicht. Warum den Mann nicht mal bitterböse, allein seinen Lebensabend verbringen lassen. Geläutert wurde er doch.

Fazit:
Sympathische Komödie, die mit zwei gut aufgelegten Altstars auf sich aufmerksam macht, aber letztlich zu sehr in die Romantik-Sparte mit Endkitsch abrutscht. Der Film hat einige denkwürdige Szenen, hält fast durchgehend sein Niveau, hat aber nicht meinen Humor, so dass die Lacher doch eher rar gesät waren und die finale Wertung rein subjektiv ausfällt. Nicht der erwartete große Wurf, aber allemal eine gut gespielte, wenn auch wenig einfallsreiche, Komödie.


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