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Black Scorpion, The (1957)

Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 22.07.2007, seitdem 407 Mal gelesen


In letzter Zeit sah ich viele Monsterfilme der 50er und 60er. Da gab es viel kurzweiligen und viel lahmen Trash. Black Scorpion war nun endlich mal wieder einer der Vetreter die wirklich gelungen sind. Auch "Black Scorpion" ist ganz klar Trash, aber auch nur aufgrund seines Alters und der Naivität seiner Zeit, nicht aber weil er schecht erzählt oder getrickst wäre.
In Sachen Tricks wurde alles gegeben was seiner Zeit möglich war. Stop Motion vom feinsten mit wirklich gelungenen Modellen, Angriffe aus verschiedensten Perspektiven, Bildübereinanderlegungen um Massenfluchtszenen mit Tierszenen zu kombinieren. Die Tricks lassen also schon mal nicht zu wünschen übrig. Die Tiere selbst sind mit Skorpionen ja nun auch gut gewählt. Man sieht sie erstmals nach 30 Minuten. In den ersten 10 Minuten wird eine gute Atmosphäre aufgebaut (und wir erleben die lauteste Babyrassel der Welt), die weiteren 20 Minuten beginnen sich nun zu ziehen. Das ist der kleine Wermutstropfen des Filmes. Denn danach wird man mit einem Tempo belohnt wie es in heutigen Horror- und Actionfilmen der Fall ist. Ein Trick folgt dem nächsten, ähnlich wie in den Hohlstreifen eines Emmerichs mit dem feinen Unterschied, dass es neben dem groben Getue auch Feinheiten zu betrachten gibt: Da gibt es mitten in der Schlacht einen Stromschlag wegen eines menschlichen Fehlers, da erleben wir eine Welt unter der Erde, in der es noch andere Wesen außer der Skorpione gibt, und da erleben wir Feindlichkeiten sogar unter den Skorpionen. Das sind viele nette Ideen.
Dass die Geschichte an sich sehr naiv verläuft, aufgrund dessen auch einige Fehler liefert und das Pfaffen mal wieder als sympatische Menschen dargestellt werden sind halt alles Zeichen der damaligen Zeit. Nichts ist Grund genug sich ernsthaft über etwas zu ärgern. Der Vergleich zu Formicula dürfte nicht nur nahe liegen, der Film dürfte sogar drauf angelehnt sein. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber nun doch noch. Aber der ist zumindest für Trashfans ok, da er belustigt: In den Nahaufnahmen haben die Skorpione fast menschlische Gesichter. Sie haben Kulleraugen, sie sabbern mehr als Huutch aus "Scott und Huutch" und sie sehen einfach putzig aus. Zugleich ein Fehler: In den Stop Motion-Aufnahmen, in denen man das Gesicht der Viecher aus der Ferne betrachten kann sehen diese ganz anders aus. Aber was solls!
Dieser Film ist abwechslungsreich, nach einer halben Stunde nur noch kurzweilig und temporeich und mit viel Liebe zum Detail gemacht. Für seine Zeit geht er auch schön ruppig mit den Menschen um, natürlich ohne Details zu zeigen. Es wundert quasi, dass es ein solcher Film in all den Jahren nie nach Deutschland geschafft hat. Wenn man bedenkt, dass sowas immerhin Mistfilmen wie "Angriff der Riesenkralle" gelungen ist, die schon zu ihrer Zeit Schund gewesen sein müssen, ist das sehr sehr traurig. Trotz alledem habn wir es ja nur mit einem simplen Monsterfilmchen zu tun, deshalb die 6 statt der 7 von 10. Aber die 7 wurde nur ganz knapp verfehlt.


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