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Reptilicus (1961)
Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 12.08.2007, seitdem 383 Mal gelesen
Oh, welche Überraschung, trotz extremen Trashgehaltes der unfreiwilligen Art haben wir hier einen kleinen Hit des Monsterfilms. Reptilicus ist der Gehversuch des Monsterfilms in Dänemark. Ich habe allerdings die amerikanische Fassung gesehen, in der unser Reptilicus nicht fliegen kann, dafür aber Schleim spuckt.
Zunächst mal haben wir eine wirklich spitzenmäßige Einleitung: Der Film wird ruhig eingeführt, er hat Atmosphäre, die Darsteller fallen nicht negativ auf und zu aller Verwunderung hat der Film sogar spannende Szenen. Die Musikuntermalung ist auch nicht ohne, eine Prise Humor wurde ebenfalls hinzugegeben. Auch die spätere Idee, dass man Reptilicus nicht einfach bombadieren kann, da sich aus den zerstörten Teilen jeweils neue Geschöpfe bilden könnten, ist als gut zu bezeichnen.
Interessanter Weise scheitert der Film an dem, weshalb man ihn eigentlich gucken wollte: An dem Monster. Nicht, dass der Film nach dem ersten Drittel nicht mehr guckbar wäre, ab da wird er ein prima Monster-Trashfilm, aber er hätte halt vorher das Zeug zu mehr gehabt, das Zeug zu dem, weshalb man ihn eigentlich gar nicht hätte gucken wollen. Vielleicht kann man ihn da etwas mit "Phantoms" vergleichen, auch dort wurde Spannung gegen das Monster eingetauscht, mit dem Unterschied dass er damit nicht lächerlich wurde. Zja, und Reptilicus wurde halt lächerlich dadurch. Die Ärmchen des Viehs sehen auf dem ersten Blick wie eine Halskrause aus, auf dem zweiten Blick nur noch putzig und vor allen Dingen lustig unnötig. Der gespuckte Schleim ist gezeichnet und bis zum Ende des Films erfährt der Zuschauer nichts von dessen Wirkung. Die Leute werden angespuckt, das gemalte Grün wird größer und größer, dann ist es bildschirmfüllend und dann geht der Film weiter. Wollen wir einfach mal glauben, dass die Menschen daran sterben. Ein Godzilla Meets The Blob wirds freilich nicht sein *g.
Lustig ist auch, dass die Flugszenen der dänischen Fassung zwar hinausgeschnitten wurden, die Bodentruppen aber fleißig Flugabwehrgeräte haben.
Das Gesicht der Kreatur ist starr. nur ihr Mund geht auf und zu, und das auch nur sehr schleppend. Die Animation des Viechs ist für diese Zeit auch sehr banal (ist Dänemark aber als unerfahrenes Land in diesen Dingen verziehen) und zu guter letzt ist REptilicus einfach zu klein. Die Pappkulissen wirken bei seiner Größe nicht, und die Glaubwürdigkeit, dass menschliche Waffen nichts nutzen schwindet auch. Je kleiner das Vieh, desto dünner der Panzer, so denke ich zumindest jetzt mal als Biologieniete und Trashfilmfan in einem.
Positiv zu erwähnen wäre noch, wie flott die Schlacht Militär gegen Riesenechse los geht. Ich glaub das waren grad mal 35 - 40 Minuten, zumindest kurz nach dem ersten Auftauchen der kompletten Kreatur.
Vom Unterhaltungswert wäre es eine 6 von 10 geworden, da die belustigenden Schwächen aber nun mal auch gravierende Schwächen sind bekommt dieses Werk nur 5 von 10 von mir. Monsterfilmfans sind aber keinesfalls mit dem Gucken dieses Filmes falsch beraten. Man muß ihn allerdings auf englisch gucken, nach Deutschland kam er dann leider doch nie (wo der Weg von Dänemark nach Deutschland doch viel näher ist als von Japan oder Amerika *g)!
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