Eine Kritik von The Eraserhead (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 01.04.2005, seitdem 794 Mal gelesen
Ist es möglich einen Film von David Lynch zu erklären? Ich würde sagen es ist möglich. Ist es möglich ERASERHEAD zu erklären............. Nach einer Antwort auf diese Frage suche ich noch immer. Bis jetzt habe ich mir den Film etwa sieben mal angeschaut und bis heute schockiert (und deprimiert) mich das Ende.
Es ist nicht leicht die Handlung zu einer Inhaltsangabe zusammen zu fassen:
Henry Spencer (Jack Nance) befindet sich auf dem Weg zu seiner Freundin Mary X (Charlotte Stewart), die schon lange nichts mehr von sich hat hören lassen, und deren Eltern, die ihn zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen haben.
Henry, so erklärt er Marys Mutter (Jeanne Bates), arbeitet in der nahegelegenen Druckerei. Er wirkt eher unzufrieden mit seinem bescheidenen Leben. Beim Speisen des von Mr X zubereiteten Huhnes passiert etwas Ungewöhnliches: Während Henry das Huhn anschneidet, tritt eine seltsame, blutähnliche Flüssigkeit hervor, worauf Mrs X mit einem spastischen Anfall reagiert. Sie beutelt Henry und fragt ihn bedrängend, ob er mit Mary geschlafen habe. Es sei nämlich ein Baby im Spital, wobei man gar nicht sicher sein könne, daß es überhaupt ein Baby ist.
Das Kind, das Mary gebiert, ist tatsächlich kein gewöhnliches, sondern ein aliengleiches, glitschiges Wesen mit langem Hals und unförmigem Kopf, das ständig lauthals schreit. Mary erträgt diese Belastung nicht länger, zieht wieder aus Henrys Wohnung aus und kehrt zu ihren Eltern zurück. Henry versucht unterdessen, mit seiner neuen Vaterrolle zurecht zu kommen.
Soweit der Inhalt, klingt vom Grundaufbau wie eine recht Mainstream mässige Story (Frau verlässt Kind &Mann) und ohne Lynch sähe der Film sicherlich ganz anders aus.
Der Stil Lynchs wird oft mit der Erzählweise von Franz Kafka verglichen und dem ist nur beizupflichten. Bis heute bleibt ERASERHEAD einer der erschreckendsten Filme aller Zeiten. Diese "Ehre" verdankt der Film zum größten Teil dem kleinem Geschöpf das Henry Spencer sein Kind nennt. Bis heute ist es ein Geheimnis von Lynch wie er dieses Wesen kreirrt hat.
Wie auch immer:
"Eraserhead" ist komisch, tragisch, kulturkritisch, surrealistisch, ein Stummfilm mit Ton, und/oder ein Horrorfilm. Es hängt vom Betrachter und seiner Tagesform ab. Interpretieren Sie mit, und bitte FÜHLEN Sie diesen Film! Schon lange ist "Eraserhead" Kult, aber vor allem ist "Eraserhead" ein Meisterwerk,- ganz egal, was man Ihnen einreden will...