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Eraserhead (1977)
Eine Kritik von Revok (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 22.05.2005, seitdem 668 Mal gelesen
Eins vorweg: Bei Eraserhead handelt es sich um einen meiner absoluten All-Time-Favorites. Dementsprechend wird auch die nun folgende Review ausfallen...
Der Film sprüht nur so vor Ideen und die Atmosphäre ist einzigartig. Die Soundkulisse und die wenigen Dialoge tragen dazu wesentlich bei.
Ganz klar an Artmovie-Freunde gerichtet, lässt Eraserhead sich nur sehr schwer in ein Genre einordnen. Drama, Horror, Film Noir... alles drin.
Visuell war ich schwer beeindruckt, was Lynch für seinen ersten (Lang-)Film mit so wenig Geld dort auf die Leinwand zaubert. Der Film ist voll mit bedrückenden, aber für meine Begriffe, sehr poetischen Industrie-Landschafts-Aufnahmen. Und auch die anderen Kulissen, wie Henrys Zimmer, sind zwar sehr einfach gehalten, aber grade dadurch sehr stimmig und symbolisieren die Leere und Hoffnungslosigkeit, die Henrys Leben ausmachen. Das alles in einem harten, bedrückenden Schwarz-Weiß gedreht. Ein Traum.
Dabei wirkt er gar nicht wie ein typischer Film aus den 70ern, da die Kostüme und die Kulissen einen sehr eigenen, und dadurch zeitlosen Stil erzeugen. Und das alles natürlich ohne jegliche Computereffekte (logo, 1977).
Der visuelle Stil Eraserheads sollte später das moderne Kino weiterhin beeinflussen, so z.B. geschehen bei Pi oder Tetsuo.
Wie bei fast allen anderen Lynch-Filmen sind Versuche der Interpretation eher zum Scheitern verurteilt. Es gibt einfach zu viel Symbolik, dass man den gesamten Film auf ein Thema hin begrenzen könnte und jedes Rätsel, das der Meister uns auftischt, knacken könnte. Zu Anspielungen an Kafka und sein Werk kann ich nichts sagen, da ich, um ehrlich zu sein, noch nie etwas von ihm gelesen habe. Also halt ich lieber die Klappe in der Hinsicht.
Ein großes Manko gibt es allerdings, was jedoch mit dem eigentlich Film nichts zu tun hat: In Deutschland wurde er bisher nicht offiziell veröffentlicht, so muss man sich entweder die sündhafte teure DVD von Lynchs Website bestellen (mit 40$ + Fracht und Verpackung sind sie dabei) oder das Ding aus dem Netz ziehen, was natürlich für einen echten Cineasten keine Lösung darstellt und absolut nicht zufriedenstellt.
Also klarer Aufruf an die DVD-Labels in Deutschland, sich diesem Juwel von Film anzunehmen; ich denke da beispielsweise an Arthaus. Die englische Sprachfassung könnte dabei ruhig beibehalten werden, da es nur sehr wenige Dialoge gibt (das gesamte Script bestand angeblich nur aus 16 Seiten) und diese zu dem noch sehr gut verständlich sind. Für Englisch-Legasteniker könnte man ja noch ein paar deutschen Subtitels dabei packen. Wo is da das Problem ? Naja, vielleicht ist Lynch selber etwas knausrig mit dem Verkauf der Rechte, damit er ihn selbst verkaufen kann. Jedoch gibt es ja laut OFDB in England auch eine andere DVD.
Das gleiche Dilemma ist übrigens mit Lynchs zweitem Langfilm "The Elephant Man" das selbe, weit und breit kein deutsches Release in Sicht.
Fazit: Ein Paradies für Cineasten. Für mich ganz klar David Lynchs bester Film.
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