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Eraserhead (1977)
Eine Kritik von John Williams (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 12.06.2005, seitdem 671 Mal gelesen
Der einzigartige Kunst- Filmemacher David Lynch, welcher später durch seine Filme Blue Velvet, Lost Highway und Twin Peaks weltberühmt werden sollte, hat mit Eraserhead seinen ersten einzigartigen Spielfilm geschaffen. Die Story ist wie immer etwas kompliziert gestrickt (zeigt mir einen Film von David Lynch, den man ohne weiteres einfach erklären kann außer Dune und Blue Velvet). Der Hauptcharakter (ich habe seinen Namen vergessen) lebt in einer großen Industriestadt, wo es keine Natur gibt, sondern nur alles aus Maschienerie besteht. Als die Eltern seiner Freundin mitbekommen, dass ihre Tochter von ihm schwanger ist, bringen sie ihn dazu, sie zu heiraten. Als dann das Kind schließlich da ist, ist es ein entstelltes vogelartiges Wesen, das die ganze Zeit über nur schreit. Irgendwann hält seine Frau das Geschreie nicht mehr aus und zieht zu ihren Eltern zurück. Das Kind lässt sie mit ihm allein zurück. Ab da bekommt die Hauptperson starke sexuelle Alpträume in den folgenden Nächten bis er schließlich nicht mehr weiß, was Realität und was Traum ist. Schließlich gelangt er zu einem Punkt, wo er nur noch weiß, dass er und das Baby nicht mehr zusammen sein können und er ist die ganze Zeit allein!
Diese Inhaltsangabe ist natürlich nur ein Teil des Gesamtkonzepts, da wie es für David Lynch typisch ist, auch kleine Unterhandlungen während des Films entstehen. Jack Nance spielt seinen Charakter einfach perfekt, ebenfalls all die Nebencharakter. Dass der Film in Schwarzweiß ist, gibt ihm so einen gewissen Flair. Spannung kommt hier gar keine auf, der Film unterhält durch das Zeigen der Alptraumsequenzen des Hauptcharakters. Manche dieser Traumszenen sind aber richtig derbe (durch manch übertriebene sexuelle Anspielung). Zum Inhalt dieser Szenen will ich nichts sagen, da es dann nichts bringen würde sich den Film anzusehen. Wie es eigentlich auch auf jeder DVD- Hülle eigentlich schon draufsteht, ist der Film ein einziger Alptraum. Die Leute, die sich darunter jetzt einen Film vorstellen, der zum Schluß einen Charakter zeigt, der schweißgebadet, in einem Bett aufwacht und es so kommt, dass alles nur ein Alptraum war, sind hier auf einem falschen Dampfer. Ob das alles nämlich ein Traum war oder nicht, muss jeder für sich entscheiden, da der Schluß in gewohnter Lynch- Manie endet (Kenner seiner Filme werden wissen was damit gemeint ist).
Ob der Film eine Kritik an die Menschheit ist, dass die Zivilisation aufhören soll die Natur kaputtzumachen, weiß man nicht so richtig, da nur kleine Anspielungen auf diese Thematik hinverweisen (Szene mit dem Kopf und der Bleistiftmaschine). Bildlich ist Eraserhead ein echtes Meisterwerk, die vielen verschiedenen Sequenzen mit dem Planeten sind echt gut umgesetzt. Musik wird während des Films fast gar nicht gespielt, die Kulissen sehen angsteinflößend aus und sorgen für einen gehörigen Schauer. Eraserhead ist außerdem ein Film, in dem kaum gesprochen wird. Man sieht größtenteils surreal wirkende Figuren (manchmal auch Menschen) im Bild herumspazieren und man hört dazu mechanisch- monsterhafte Geräusche (das ist ungefähr 90 % des Films lang so).
Die Dialoge sind, wenn sie mal vorkommen, aussagekräftig und gezielt eingesetzt (ein weiterer Pluspunkt). Die Masken und Puppen im Film sind auch nicht schlecht und kommen auch sehr unheimlich und gruselig rüber (oder was auch immer für ein Gefühl sie beim Zuschauer erzielen sollen, sie tun es [auch wieder typisch für David Lynch]).
Regie- Genie David Lynch hat mit Eraserhead einen alptraumhaften Film geschaffen, der sich zwar unheimlich wiedergibt aber sich nicht im Horrorgenre unterbringen lässt, da zwar solch eine Atmosphäre aufgebaut wird, aber sonst keine Horrorelemente im Film zu finden sind. Es ist eher ein düster, abstraktes, optisch schönes und unheimlich erzähltes Drama in David Lynch- Manie. Mit Sicherheit ein Film, der einem im Gedächtnis bleibt, durch seine Machart und die exzellenten Schauspieler. 10 von 10 Punkten für das erste Meisterwerk David Lynchs.
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