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Eraserhead (1977)

Eine Kritik von Tyler Durden! (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 07.10.2005, seitdem 2196 Mal gelesen


Horrorschocker? Haben wir den gleichen Film gesehen? Also es wird mal Zeit, dass jemand etwas Negatives über dieses Filmchen schreibt. Ich entschied mich, ihn zu kaufen, weil er laut OFDB einer der 100 besten Filme aller Zeiten ist und zudem offiziell ein Horrorfilm ist- und wurde bitter enttäuscht.
Also Leute, man kann doch nicht grundsätzlich, weil jemand einen skurrilen Film dreht, sagen dass er gut ist. Und auch "anders" oder "einzigartig" steht nicht automatisch für gut. Ich war sehr offen für den Film, wollte ein Meckern auch noch nach der ersten 3/4 Stunde, in der nur gähnende Langeweile herrscht, unterdrücken. Ich dachte, das Gute kommt noch. Aber man wartet vergeblich. 90 Minuten passiert nicht viel. Kurz die Story:
Der Drucker Henry wird unerwartet Vater und muss die Geschwängerte heiraten. Diese verliert allerdings bald die Nerven, weil das Kind so pausenlos schreit. Zudem ist es eine Missgeburt, die eher wie ein Alien aussieht. Ja, und auch Henry hat enorme Probleme und gibt am Schluss auf, tötet mehr oder weniger sein eigenes Kind (wobei man auch das nicht genau sagen kann).
Die schauspielerischen Leistungen werden in den anderen Reviews so gelobt: Was gab es denn an Leistung zu bringen? Eintönige Gesichtsausdrücke waren gefragt, keinerlei schnelle Bewegungen, fast keine, geschweige denn kluge oder ausdrucksstarken Dialoge. Es ist also eigentlich nicht möglich, von schauspielerischen Leistungen zu sprechen. Eines muss man dem Film lassen: Die Stimmung ist sehr düster, sehr sehr düster und versetzt einen tatsächlich in eine ebensolche Stimmung. Auch die Hintergrundgeräusche tragen dazu bei. Aber nicht die zugehörigen Bilder: Die Handlung verläuft viiiiiel zu schleppend, man ist fast gewillt einzuschlafen. Möglicherweise muss man dem Regisseur unterstellen, dass er die Szenen so gedreht hat, um den Film langzuziehen, weil er nicht genug Geld für einen 90 minütigen Film hatte.
Die Frisur von Henry passt auch nicht. Sie ist ja eher lächerlich, als dass sie einen in eine schockierende Stimmung versetzen könnte. Ja, Lynch arbeitet mit seinen Bildern. Aber es gibt Grenzen, die unser lieber David hier einfach überschritten hat. Der Film ist nicht gut.
Lynch hat später offenbar gelernt, was einen Film gut macht. "Mulholland drive" ist auch ein verworrenes Werk, dennoch gut und spannend anzusehen, weil das Verworrene nicht zu tief greift. Bei Eraserhead fehlt jegliche Linie, für mich ein enttäuschender Film.
Und jetzt unterstellt mir nicht mangelnden TIefgang. Ich liebe tiefgehende Filme und liebe es wenn Filme Botschaften haben, über die man auch mal ein Weilchen nachdenken muss. Aber es sollte schon möglich sein, die Botschaft zu erkennen, ob sie jetzt universell ist oder für jeden speziell. Da das hier nicht möglich ist, haben wir eine Themaverfehlung, um es in GymnasiumDeutsch auszudrücken. Euer
Don


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