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Eraserhead (1977)

Eine Kritik von Puty Willi (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 19.10.2006, seitdem 470 Mal gelesen


Eraserhead das Mysterium. Der Film, der sogar für einen Lynch ziemlich krank ist. Nach keinem anderem Film hab ich länger gesucht und als ich endlich die Gelegenheit bekam ihn zu sehen, da waren meine Erwartungen beinahe überirdisch hoch und sie wurden erfüllt. Doch erstmal schön der Reihe nach.

Eraserhead gehört zu den Filmen, bei denen allein die Entstehungsgeschichte extrem interressant ist. Schon durch die endlosen Dreharbeiten verleiht der Film dem Begriff " Liebesmüh" neue Bedeutung. Mit 5 Jahren Produktionszeit gehört Eraserhead zu den eindrucksvollsten Beispielen für den unerschütterlichen Willen eines Regisseurs, trotz beträchtlicher Widrigkeiten seine Vision auf die Leinwand zu bringen. In der Tat schien es so, das sich Lynch nur durch die Fertigstellung des Filmes, aus der Eraserhead Welt befreien konnte. Über so viele Jahre hinweg mit einem so kleinen Etat ( 20000 Dollar) eine solch beeindruckende Welt zu erschaffen, ist absolut bemerkenswert. Tatsächlich wird in Eraserhead Lynchs großartiges Talent am besten zur Geltung gebracht. Die Perfektion die, die extrem lange Drehzeit mit sich brachte ist vielleicht bis heute einzigatig ( da wundert es keinen das Eraserhead der Lieblingsfilm von Perfektionist Kubrick war). Jede Einstellung wirkt meisterhaft. Doch erst durch die langsame Erzählweise gelingt es dem Film, den Zuschauer so eindrucksvoll in eine eigene Welt zu entführen. Trotzdem ist das manchmal zu schleppende Erzähltempo der einzige Kritikpunkt.

Beeindruckend vor allem auch die Spezialeffekte, die auch heute noch mehr als nur überzeugen können, sie sind vielmehr großartig. Vor allem das große Geheimnis des Filmes, das Baby, ist einfach brillant entworfen worden ( Lynch weigert sich vehement eine Auskunft darüber zu geben, wie es gemacht wurde). Man kann Lynch für seine Leistung in Eraserhead gar nicht genug loben, vor allem da er fast jeden Punkt selber übernahm. Doch auch dem Rest der Crew gebührt ein ganz großes Lob. Die beiden Kameramänner Frederick Elmes und Herbert Cardwell liefern, wie schon erwähnt, großartige Bilder und vor allem die Arbeit des Ton Designer Alan Splets ist genial. Er kreierte zusammen mit Lynch den Ton von Eraserhead, der in diesem Film mindestens so wichtig ist wie das Bild. Ich behaupte einfach mal das man in der gesamten FIlmgeschichte keine intensivere Tongestaltung finden wird.
Bei den Schauspielern ist natürlich Jack Nance an erster Stelle zu nennen. Er spielt die schüchterne Figur absolut überragend. In einem Film mit so wenigen Dialogen ist die Mimik sehr wichtig und die von Nance ist einfach großartig, eine ganz starke Leistung seinerseits.

Fazit: Der Film ist garantiert nichts für den Mainstreamzuschauer, er ist im Grunde genommen genau das Gegenteil eines Mainstreamfilms. Eraserhead ist meisterhaftes Undergroundkino in Perfektion. Eine richtige Handlung gibt es nicht, mann muss einfach in die Welt eintauchen.
Eraserhead ist krank, abgedreht und trotzdem ,oder gerade deswegen, einer der faszinierendsten Filme aller Zeiten.
9/10


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