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Rote Flut, Die (1984)

Eine Kritik von Leto (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 05.12.2011, seitdem 202 Mal gelesen


Eines vorweg:

"Die Rote Flut" ist ein recht militanter Film mit jeder Menge -damaligen- Jungstars des US-amerikanischen Kinos, angeführt von Patrick Swayze und Charlie Sheen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Streifens war der Kalte Krieg weltweit noch spürbar und vor allem für die US-Amerikaner einer der größten Angstfaktoren.
So zimmerte Kevin Reynolds eine recht an den Haaren herbeigezogene Story zusammen und verfasste zusammen mit Regisseur John Milius diese zu einem Drehbuch, in dem ganz klar ersichtlich ist, wer hier gut und wer böse ist.

Mitten in einem kleinen amerikanischen Städtchen fallen eines schönen Tages russische und kubanische Truppen ein und internieren die Bevölkerung. Der Dritte Weltkrieg bricht aus.
Allerdings hält sich Europa wohl weitgehend aus der Sache raus, so dass die US-Amerikaner Weltfeind Nr. 1 werden und sich ihres Landes nun erwehren müssen.
Eine Gruppe Jugendlicher flüchtet bewaffnet in die Berge und bringt als Partisanetrupp den vor Ort stationierten Truppen erhebliche Rückschläge bei. 
Getrieben werden sie dabei von Rache. Rache für den Überfall ihrer Heimatstadt, Rache für die Ermordung ihrer Familien und Rache für die brutale Art der Bekämpfung ihrer kleinen Gruppe.

Zu Beginn bekommt man noch den Eindruck geboten, hier wurden ein paar Jungstars in einen Actionfilm gesteckt, der mit viel Geballere und konsequenter Schwarz/Weiss-Zeichnung auf reiner Unterhaltungsebene funktionieren soll.
Bald jedoch wird man Zeuge von erheblichen Charakterentwicklungen innerhalb der Gruppe. Der Feind wird undifferenziert als Angreifer gezeigt und dies ändert sich auch im Laufe der gesamten Laufzeit nur geringfügig.
Nur der Kubaner bekommt etwas Profil zum Ende hin zugestanden.
Die Jungs und Mädchen führen einen erstaunlich harten Kleinkrieg gegen die kompromisslos zu Werke gehenden Feinde (die mal eben ganze Bevölkerungsgruppen aufstellen und abknallen) und stets wird ihre Tat als der richtige Weg gewiesen.
Dies ist wohl auch der Grund für die hohe Altersfreigabe als auch für die damalige heiße Diskussion um die Fragwürdigkeit der gezeigten Kämpfe.

Neben Patrick Swayze als Lead und Charlie Sheen als dessen kleiner Bruder überzeugen vor allem C. Thomas Howell als anfänglich weicher und schließlich von Rache getriebener Kämpfer und Lea Thomson und Jennifer Grey als mörderische Verstärkung der zu Beginn nur aus Jungs bestehenden Partisanentruppe.

Wenn man den ganzen Militarismus mal ausser Acht lässt und sich rein auf die konsequente und bis zum bitteren Ende sehr gut gemachte Inszenierung verlässt, kann man an "Die Rote Flut" durchaus seinen Spaß haben. 
Natürlich bleibt eine fragwürdige Moral hängen aber bis auf diesen Punkt bekommt man von John Milius erstklassige Unterhaltung mit 80er-Jahre-Flair und jeder Menge bestechender Darsteller geboten.
Ganz ohne schlechtes Gewissen!


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