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Into the Mirror (2003)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 26.02.2005, seitdem 465 Mal gelesen


In einem Kaufhaus ereignen sich mysteriöse Morde, nachdem ein Brand in dem Gebäude bereits einmal für Schlagzeilen sorgte. Kurz vor der Wiedereröffnung versucht der Sicherheitsbeauftragte, der Situation Herr zu werden, doch die Polizei scheint eine andere Spur zu verfolgen. Geisterhafte Personen und Spiegelbilder, die ihr Eigenleben zu haben scheinen, Young-Min gerät immer mehr in den Bann des Mysteriums. Eingebettet in die übernatürlichen Erscheinungen findet sich der Zwist zwischen dem karrierebesessenen Polizisten, der sich mühsam hochgearbeitet hat, und dem zerrütteten Sicherheitsdienstleiter, welcher als Polizist einen folgenschweren Fehler beging und nur durch seinen Onkel, den Besitzer des Kaufhauses, einen Job bekam. Was zunächst etwas fad beginnt, passt als schicksalhafte Krimistory und Geistergrusel später noch recht gut zusammen. Der Spiegel als Sinnbild für die Dualität des Menschen aber auch für die mentale Gespaltenheit der Seele, das eigene Abbild als Tor zu einer anderen Welt, als Übergang zwischen Leben und Tod. Ganz neu ist die Idee freilich nicht, zumal man sich schlußendlich an Filme wie "Sixth Sense" erinnert fühlt. Ohne den Anspruch auf den ganz besonderen Beitrag innerhalb der Genreschwemme der vergangenen Jahre funktioniert "Into The Mirror" als Mysterykrimi ganz ordentlich, als Gruselschocker hingegen kommt er an andere asiatische Vertreter wie "Cure" oder "Kairo" nicht heran. Die Stimmung ist von der beeindruckenden Kameraarbeit und den wenig übertriebenen, doch dafür visuell anspruchsvollen Effekten, auch seitens der Postproduktion geprägt. Kim Seong-ho setzt nur vereinzelt auf eine düstere Atmosphäre, viel spielt sich in dem noch fast menschenleeren Kaufhaus unter Neonlicht ab. Trotzdem überzeugen die gezielt eingesetzten Spezialeffekte sowie die Schauspieler, die fast durch die Bank weg professionell wirken, typisches Overacting gehört der Vergangenheit an. Das Regiedebüt des Südkoreaners kann getrost als ambitioniert und hoffnungsvoll bezeichnet werden, etwas schade ist das zunächst etwas wirre Skript, das nicht immer storybedingt so wirkt, sondern den Eindruck erweckt, etwas Durcheinander sollte in der Post-"Ring"-Ära dazugehören. Mitunter verträumt, wie auch der Soundtrack, wirkt die Philosophie hinter den ungreifbaren Ereignissen, gleitet jedoch nicht in phantastisch-kitschige Gefilde ab, dafür sorgt auch die interessante Charakterisierung der Hauptfiguren, selbst die Ermittler beider Seiten erheben sympathisch wenig Heldenpathos. Im Endergebnis ist das nicht gerade schockierend, dafür aber chillig bis mainstreamig, für die ruhigen Kinostunden.

Fazit: Technische Finessen bilden die Höhepunkte in aus anderen Pendants bekannten Versatzstücken. Für visuell orientierte Zuschauer interessant. 6/10 Punkte


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