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Into the Mirror (2003)

Eine Kritik von shaoshi (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 28.08.2008, seitdem 253 Mal gelesen


Into The Mirror – Im Spiegel lauert der Tod ist wie der Name schon sagt, ein Mysterythriller, in dem sich alles um Spiegel und die Parallelwelt darin dreht. Sicher keine sonderlich innovative Idee, schürten Spiegel doch schon des Öfteren eine der Urängste der Menschheit. Doch die Koreaner verstehen ihr Handwerk und machten daraus trotzdem einen soliden, atmosphärischen Streifen mit bekanntem Gesicht in der Hauptrolle: Pretty Boy Yu Ji-Tae nämlich, der ebenfalls 2003 mit Oldboy wohl den größeren Hit landete und dort auch weit vielschichtiger spielen durfte.

Yu Ji-Tae spielt den jungen Sicherheitschef Yeong-Min in einem nach einem Brand neu eröffneten Kaufhaus und hat ein Trauma, seit er in seinen Tagen als Cop zu beherzt in einen Spiegel schoss und so einer Geisel das Leben nahm. Seitdem hat er keine Waffe mehr in der Hand gehalten und auch zu Spiegeln hat er ein fragwürdiges Verhältnis. Doch dieses Trauma gilt es nun zu überwinden, nachdem es in besagtem Kaufhaus einige mysteriöse Todesfälle vor diversen Spiegeln gegeben hat. Polizisten mit konventionellen Methoden kommen hier nicht sehr weit, denn schnell ist klar, dass es sich um einen übernatürlichen Killer direkt aus einem Spiegel handelt. Dennoch sprechen die Indizien eher dafür, dass Yeong-Min der Täter ist. Seine Unschuld gilt es nun zu beweisen, wofür er mit Hilfe seines Ex-Kollegen und einer als psychisch gestört diagnostizierten jungen Frau, deren Zwillingsschwester in dem Brand in besagtem Kaufhaus ums Leben gekommen ist, den Morden auf den Grund gehen will.

Schön und stimmig gefilmt ist Into The Mirror allemal, so dass man die handlungstechnische Standardware trotzdem mit offenen Armen empfängt. Der Spannungsbogen bleibt straff, bietet aber genug Raum für Emotionen und etwas konstruiert wirkende Irrwege in Sachen Ermittlungen. Nach und nach wird aufgedeckt, was der Zuschauer von Anfang an ahnt. Der Mörder lebt im Spiegel und dafür sucht der Film nach stimmigen Erklärungen, um die Geschichte nicht ins Abstruse abdriften zu lassen. Auch technisch kann es sich sehen lassen, wenn die Mörderin fürs Finale von der Spiegel- in unsere eigene Welt übertritt. Das Ende mutet dann beklemmend-surreal an und rundet den Mysterythriller, der spielend den Spagat zwischen Drama und pathetischem Suspense meistert, passend originell ab.

Es gehört schon Mut dazu, die x-te Version einer abgedroschene Geschichte abzudrehen, aber noch mehr handwerkliches Können, diese auch noch so zu erzählen als sei sie "mal was ganz anderes". Dachten sich wohl auch die Amis, die in diesem Jahr ein US-Remake von Into The Mirror drehten. Ob sie dies ebenso geschickt, stimmig und atmosphärisch dicht fertig brachten wie Koreaner Kim Seong-Ho ist allerdings fraglich.


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