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Maschinist, Der (2004)
Eine Kritik von Der Pate (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 12.07.2005, seitdem 723 Mal gelesen
Wie kannst du aus einem Alptraum erwachen, wenn du gar nicht schläfst?
Brad Andersons "Der Maschinist" gehört zweifellos, neben James Wans begeisternden und genialen Thrillerstück "Saw", zu dem absoluten Überraschungsfilm des Jahres 2004. Auf den Spuren von "Lost Highway" liefert der Regisseur einen herausragenden Thriller ab, dem völlig unverständlicherweise ein Kinogang verwert blieb.
Kurz zu Story: Der seit über einem Jahr an Schlaflosigkeit und Essensstörung leidende Maschinist Trevor Reznick (ganz stark: Christian Bale) ist zu einem abgemagerten Menschen geworden, dessen einziger sozialer Kontakt zu einer Kellnerin in einem Cafe und einer Prostituierten (Jennifer Jason Leigh, "eXistenz") besteht, die ihn liebt. Als ein Mitarbeiter (Michael Ironside) in Trevors Firma durch einen schweren Unfall seinen Arm verliert, wird zudem noch Trevor verdächtigt diesen Vorfall verübt zu haben. Er leidet an Verfolgungswahn und glaubt, dass er einer finsterenVerschwörung ausgesetzt ist. Immer mehr merkwürdige und unheimliche Dinge geschehen, die Trevor Stück für Stück zur Selbststörung treiben lassen.
Eines mal vorneweg - Brad Andersons Film, der mit seinem Film Der Maschinist von Preisen und Lobeshymnen überhäuft wurde und zudem noch aus Brian Yuznas Produktionsschmiede stammt, zeigt hier das kalte, unbestimmte Gesicht des absoluten Grauens, zelebriert durch seine schockierenden Bilder und Handlungsflut einen Sumpf des Schreckens und dürfte besonders für David Lynch ("Lost Highway") und David Cronenberg ("eXistenz") Anhänger auf ganz großes Interesse stoßen.
Viel will ich nicht über diesen undurchsichtigen und absolut spannenden Streifen verraten, denn was der Regisseur Brad Anderson da auf die Beine gestellt hat, der ja mit "Session 9" sein Regiedebüt gab, begeistert durch seine düster gestaltete Atmosphäre und einer herausragenden Story, die von Szene zu Szene den Spannungspegel stetig ansteigt bei der der Zuschauer immer wieder mal ein paar Hinweise bekommt (wie z.B. die weißen Zettel) dabei auch mitdenken muss und sich die Frage stellt wie der Film zum Schluss wohl ausgeht - wieso Trevor sich so merkwürdig verhält oder wer wohl der unheimliche fremde Mann ist der sich in Trevors Leben einmischt und ihn verfolgt u.v.m. Nicht wie in David Lynchs ebenso von seiner ähnlichen Art her grandiosen "Lost Highway", so bekommt man hier Antworten geliefert und der Zuschauer kann sich auf ein fantastisches Ende bereit machen.
Die darstellerische Leistung von Christian Bale ("Batman Begins", "Equilibrium"), der eh schon zu meinen Lieblingsschaupielern gehört, hungerte sich für seine wohl ungewöhnlichste und physisch härteste Rolle in seiner bisherigen Filmlaufbahn sage und schreibe unvorstellbare 30 kg herunter und beweist auch hier, dass er schon jetzt zu den größten Darstellern zählt – Eine Wahnsinns Leistung. Zudem bedenke man nur dass er für "Batman Begins" wieder seine körperliche Topform erreichen musste. Der Rest der Besetzung kann zwar ebenfalls überzeugen aber alle werden sie von einem brillant agierenden Christian Bale satt an die Wand gespielt.
Fazit: Brad Anderson lieferte durch seiner ruhigen Regie mit "Der Maschinist" einen ungewöhnlich beklemmenden, düsteren, erschreckenden und anspruchsvollen Filmbeitrag der mit Sicherheit niemanden einfach so kalt lassen wird, und mit einem vor Respekt zollenden umwerfend aufspielenden Hauptdarsteller schon jetzt ein kleines Juwel des Genres ist.
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