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Maschinist, Der (2004)

Eine Kritik von Der Kre-Lo (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 19.09.2005, seitdem 508 Mal gelesen


Zugegeben: Das Drehbuch ist nicht so wahnsinnig originell.
Wer Filme wie Fight Club kennt, wird einen Großteil der Pointe gleich zu Beginn raus haben, wobei die Auflösung hier noch eine Spur radikaler ausfällt. Christian Bale spielt Trevor Reznik, paranoid, labil und unter Schlaflosigkeit leidend, der sich im Laufe des Films in eine große Verschwörung gegen ihn verwickelt sieht, jedoch mehr und mehr feststellen muss, dass er selbst ein dunkles Geheimnis birgt. Da ist sein schmieriger Arbeitskollege Ivan, der plötzlich auftaucht, den aber anscheinend niemand, nicht mal sein Vorgesetzter, kennt (kapiert?). Da sind Kellnerin Maria und ihr Sohn, deren Gegenwart ständig wirre Flashbacks bei Trevor hervorruft. Da sind vor allem die mysteriösen Notizzettel, die immer wieder an Trevors Kühlschrank auftauchen und die scheinbar mit ihm Galgenmännchen spielen wollen.
Sehr mysteriös das alles, aber doch weitestgehend vorhersehbar.

Allerdings kann der Film ganz gewaltig mit seinem Hauptdarsteller und seiner beklemmenden Inszenierung punkten. Christian Bale war so begeistert von dieser Rolle und wollte ihr soviel Authentizität wie möglich verleihen, weswegen er bis zur Ekstase gehungert und dreißig Kilo abgenommen hat (und wer den Mann aus seinen anderen Filmen kennt, weiß, der ist wirklich nicht dick). Das Ergebnis ist ein mitleiderregendes wandelndes Skelett, ich kann mich an keinen anderen Schauspieler erinnern, der jemals in einer Rolle so krank aussah (wobei Bale in Interviews gesagt hat, dass er sich eigentlich sehr wohl gefühlt habe; er habe nur keine Kraft zum Lächeln gehabt). Auch von seiner physischen Verfassung abgesehen spielt Bale mit einer solchen Eindringlichkeit, dass man sich einfach um ihn sorgen muss. Man weiß, dass er geisteskrank ist und leidet trotzdem mit ihm mit, anstatt sich auf die Seite derer zu begeben, die ihm gegenüber Angst und Abscheu empfinden.
Brad Anderson inszeniert diese Geschichte dann auch noch mit einer solch subtilen Intensität, dass man sich wirklich unwohl fühlt. Paranoia, Angst, Visionen und Déjà-vus in ausgeblichenen Grau- und Weißtönen, Farben sind Mangelware in Trevors Alptraumwelt. Gewisse Szenen jagen einem eiskalte Schauer über den Rücken, allen voran die großartige Geisterbahnsequenz, die verstörende Schlüsselsequenz, die Trevors gesamte Situation widerspiegelt. Auch wenn er sie zu dem Zeitpunkt noch nicht versteht.

Ein dank abgedroschener Pointe recht vorhersehbarer Streifen also, trotzdem ungemein spannend und verstörend, mit einem beeindruckenden Christian Bale. Und letztendlich ein Lehrstück über Schuld und Erlösung.


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