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Maschinist, Der (2004)

Eine Kritik von Fabse (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 06.10.2005, seitdem 520 Mal gelesen


Industriearbeiter Trevor Reznick ist ein wahres Abbild des körperlichen und seelischen Verfalls in Vollendung. Bereits seit einem Jahr im Dauerzustand der Schlaflosigkeit gefangen und bis auf die Knochen abgemagert findet diese emotional zerrüttete Gestalt nur noch Ablass durch regelmäßige Besuche bei einer Prostituierten. Als plötzlich der Schweißer Ivan in Reznicks Leben tritt beginnt eine schier nicht enden wollende Kette von fatalen Zwischenfällen, die den Maschinisten langsam aber sicher in den Wahnsinn abgleiten lassen. Ist Trevor etwa einer groß angelegten Verschwörung auf der Spur oder doch nur Paranoid?

Brad Andersons „The Machinst“ ist mal wieder einer jener Filme, die bereits nach wenigen Minuten Unbehagen und gebanntes Interesse beim Betrachter implizieren. In einer beinahe monochrom erscheinenden Umwelt zwischen Dreck und Elend eingesperrt präsentiert man dem Zuschauer einen Protagonisten, dessen Körperlichkeit die Umstände seiner sozialen Strukturgebundenheit wieder spiegelt. Auf einer Gradwanderung zwischen Schuld und Sühne des abstoßenden Titelhelden zum interaktionslosen Betrachter degradiert, steht man dem zerbrechlich anmutendem Maschinisten zunächst mitleidsvoll gegenüber und ringt förmlich nach Luft bei den aufgezeigten Bilder einer dreckigen und hoffnungslosen Welt in der die anfänglich noch optionalen Wege in die vermeintliche Erlösung sich immer mehr als ausweglosen Abstieg in den Hades entpuppen. Je mehr Hauptfigur Reznick über sich und seine Vergangenheit in Erfahrung bringt um so deutlicher verliert der Mitleiderregende Begleiter die Zuschauerempathie, die letztendlich die Erlösung durch die Einsicht sich dem angemessenen Fegefeuern zu überantworten findet. Geradewegs wie ein gut geplanter Schlag in das Gesicht des Zuschauers prasselt nach einer relativ schlüssigen Erklärung für die gegebene Situation Trevors die Erkenntnis hernieder, dass man der Weggefährte einer moralisch verabscheuungswürdigen Figur war. Der gefühlte Dreck sich derart täuschen zu lassen klebt noch nach den Endcredits an einem und schiebt die Gewissheit empor, dass Anderson und seine Crew hier einen intensiven Horrortrip gezimmert haben, der durch sein Suspensemoment und der eigentlich simplen Lösung des Puzzles hervorragend funktioniert. Vielleicht sogar mehr Hitchcock als es ein De Palma zu seiner Glanzzeit je gebracht hat.


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