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Maschinist, Der (2004)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 08.04.2006, seitdem 689 Mal gelesen


Christian Bale wird oft als Ausnahmeschauspieler der neuen Generation gehandelt und einen besseren Beweis dafür als „Der Maschinist“ gibt es nicht.
In der Fabrik arbeitet Trevor Reznik (Christian Bale) trostlos und unausgefüllt an einer Maschine, sein Privatleben sieht noch weniger rosig aus: Von Gesprächen mit der Kellnerin des Flughafencafés und regelmäßigen Besuchen bei der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh) hat er so gut wie keine sozialen Kontakte, er schläft seit einem Jahr nicht mehr, ist abgemagert bis auf die Knochen und gibt sich stumpfen Tätigkeiten wie Fußbodenscheuern hin. Das Warum schwebt als unausgesprochene Frage über dem Ganzen und man ahnt schon, dass es mit der Auflösung des Falls zu tun haben wird.
Als seinem Kollegen Miller (Michael Ironside) einem von Trevor verschuldeten Unfall der Arm abgerissen wird, verschlimmert sich seine Situation noch: Es häufen sich seltsame Omen, er wird noch mehr gemieden. Doch was steckt dahinter?

Doch trotz dieser offenen Fragen kann man „Der Maschinist“ weniger als Thriller und mehr als Psychogramm sehen: Man folgt Trevor, der es scheinbar darauf anlegt sich selbst kaputtzumachen und sich kaum Freunden gönnt. Passend zur Hauptfigur passt sich auch der Stil des Films an: Trostlose und wenig detailreiche Locations, wenig kräftige Farbgebung, düstere Bilder und ein Soundtrack, der eher hypnotisch und dunkel als fröhlich wirkt. Doch das Warum will Trevor vorerst niemandem enthüllen – noch nicht mal sich selbst.
Bei der Konzentration auf die Hauptfigur braucht man dann auch den entsprechend guten Hauptdarsteller und da ist Christian Bale ein wahrer Glücksgriff: Bis auf die Knochen abgemagert, mit Mut zur Hässlichkeit, das ist wahres Method Acting. Dazu spielt er noch fantastisch und lässt die Nebendarstellerriege alt aussehen, obwohl auch diese wirklich gut ist (vor allem Jennifer Jason Leigh als Prostituierte mit Herz und Michael Ironside als Kollege).

Seine Probleme hat „Der Maschinist“ nur bei dem Thrillerpart, der sich erst so langsam entwickelt. Omen und Zwischenfälle häufen sich und es ist jeder Grund plausibel: Die Intervention eines Außenstehenden, übersinnliche Kräfte oder vielleicht passiert vieles auch nur in Trevors angegriffener Psyche. Das Mitraten ist schwer, denn die gelegten Fährten sind mannigfaltig, aber zumindest die Vermutungen des Zuschauers gehen bald in die richtige Richtung.
Leider fällt das Ende dieses Alptraums dann etwas simpel aus, wenngleich konsequent und passend. Doch irgendwie ist die Auflösung zu simpel und man ahnt sie von Anfang an. *SPOILER* Das Ganze als Trauma ist plausibel, da es auch Trevors Hang zur Selbstgeißelung erklärt. *SPOILER ENDE* Zudem ist die Pointe in der aktuellen Kinolandschaft schon mehrfach aufgegriffen worden.

Doch die Atmosphäre und Christian Bales phänomenales Schauspiel reißen es dann raus, da verzeiht man auch kleine Schwächen im Thrillerpart und das zu simple Ende. Ich schwanke zwischen guten 7 und knappen 8 Punkten für „Der Maschinist“.


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