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Big Foot - Die Rache des Jägers (1979)
Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 28.10.2007, seitdem 379 Mal gelesen
Bei einem Film mit einem menschenattackierenden Bigfoot denkt man unweigerlich an einen Horrorfilm. Dieses Werk entpuppte sich beim Anschauen allerdings als ein Abenteuerfilm mit kleinen Horrorelementen. Und selbst als Abenteuerfilm gesehen ist er einfach zu unspektakulär. Der Bigfoot, den man erstaunlicher Weise recht schnell zu Gesicht bekommt, sieht allein schon viel zu brav aus. Ok, er soll sich auch nur für das rächen, was der Mensch ihm antat, der Bigfoot selbst ist in diesem Film kein böses Wesen, ein bedrohlicheres Aussehen hätte ihm dennoch nicht geschadet. Das Bigfoot-Kind ist nur Ausrede für die Geschichte, um dank seines Todes das Eltern"tier" rumwüten zu lassen. Dabei hätte das Element Bigfootkind doch wesentlich mehr Potential geboten. Die Mimik erinnert ungeheuer an Roddy McDowells Rolle in Planet der Affen. Ob hier bewust geklaut/übernommen wurde, oder ob nur auf ähnliche Gesichtszüge beim Erstellen der Maske geachtet wurde, liegt fern meiner Beurteilungmöglichkeit. Die Ähnlichkeit in Gesichtsnahaufnahmen der Kreatur ist allerdings verblüffend.
Die Naturkulisse des Films ist zwar gut gewählt, der olle Regisseur hält allerdings viel zu oft drauf. Schnell kommt das Gefühl auf eine kleine Naturdoku zu begutachten, aber es hält sich noch im Bereich des Erträglichen, also will ich hier mal nicht so pampig sein.
Ohne großes Aber als positiv zu betrachten ist auf jeden Fall die Musikuntermalung. Sie ist, wie eben typisch für die 70er, irgendwo zwischen schräg und nervig anzusiedeln. Nervig natürlich nur wenn man diese Musik außerhalb dieses Filmes hören müßte, ein grausiger Gedanke. Innerhalb des Filmes wirkt die sehr kaputte Musik aber. Vielleicht ist sie hin und wieder zu intensiv, dass weniger mehr gewesen wäre, aber bei einem solchen Billigwerk von Kinofilm ist Feingefühl, egal in welchem Bereich, ohnehin nur Wunschdenken.
Zum Thema Feingefühl wäre noch interessant zu erwähnen, dass sich die Synchronisation wunderbar in das Spiel der Akteure einfügt. Beides ist nämlich geprägt von übertriebenem Spiel. Die Mimiken sind genauso überzogen wie ihre deutschen Stimmen. Fast könnte man meinen, sich in einer Komödie zu befinden, aber unfreiwillige Komik lässt einen ernsten Film nun mal nicht das Genre wechseln, sondern einfach nur schlechter machen. Aber das ist ja nun mal das, was der Trashfan sichten will, obwohl auch der mit seinen Nerven echt gefordert wird. Gerade im Mittelteil wird es doch sehr langweilig, und auch insgesamt lebt der Film nicht gerade von Überraschungen. Das ist natürlich auch nur halb richtig, denn die vielen Unlogiken in der Geschichte haben natürlich schon die Wirkung den Zuschauer zu überraschen. So ist es in diesem Werk vollkommen ok, dass die Kinder draußen spielen gehen, obwohl bekannt ist, dass schon mehrere Menschen von einem unbekannten Tier angefallen wurden. Und ein Indianer, der nur mal kurz durchs Bild hüpft, gibt dem Helden des Filmes Anweisungen, die dieser nur zur Hälfte erfüllt. Gelingen tut trotzdem alles und der Indianer war nie mehr gesehen. Zudem gesellen sich zur allgemeinen Unlogik noch wunderbare fragwürdige charakterliche Eigenschaften hinzu, die man auch fast zur Kategorie der Fehler im Film zählen könnte. Wenn Freizeitjäger für einen reichen Mann für viel Geld einen Auftrag übernehmen, der nicht ungesetzlich ist, und wenn diese Leute auch noch charakterlich annehmbare Gesellen sind (keine Gandhis, aber für diese ruppige Region doch ganz normale Leute), dann ist das für den Drehbuchschreiber vollkommen in Ordnung, dass sie viel viel später für ihren Auftraggeber auch zwei Menschen dem Tode aussetzen. Sie arbeiten ja schließlich für einen miesen Kerl (was sicher nicht jeder im Dorf wußte), also müssen die zwei dann ja auch böse Menschen sein. Sie besprechen sich zwar, dass das jetzt ziemlich mies war, weil ihre zwei Opfer das Geschehene sicherlich nicht überleben werden, aber der Chef hats ja angeordnet. Hallo? Hab ich da was verpasst? Manche Drehbuchautoren haben echt ein Weltbild, dass man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus kommt ("Nu Image" läßt grüßen). Wenn ihr Chef wenigstens die Möglichkeit gehabt hätte, ihnen ordentlich Ärger zu bereiten, wenn sie sich weigern. Aber auch davon ist einfach nichts zu merken.
Die Geschichte selber dümpelt so dahin, hin und wieder gibts Blut für die Horrorfans zu sehen, aber auch nur durch Schürfwunden im Gesicht (toooooll), das Zottelvieh wirkt zu brav, die Darsteller übertreiben alle und die Geschichte ist vorhersehbar. Irgendwie funktionieren diese Mängel aber alle halbwegs. Der kompensierte Schrott läßt das Gesamtwerk noch als guckbar erscheinen. Obwohl mein Verstand dieses Werk in die Region der unteren drei Punkte abschieben will, sagt mir mein Gefühl ihm doch noch mal eine gnädige 4 von 10 geben zu sollen. Ok, heute soll mal das Gefühl siegen. *g
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