Eine Kritik von tyler_durden (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 07.06.2005, seitdem 565 Mal gelesen
Nach Ron Howards "Backdraft" aus dem Jahre 1991 kommt nun ganze 14 Jahre später mal wieder ein Film, der sich um die Feuerwehrleute, den namenlosen Helden des Alltags, dreht. Hat bei "Backdraft" noch das Feuer und die damit verbundene Dramaturgie und Action im Vordergrund gestanden, widmet sich "Im Feuer" mehr dem Leben und Schicksal der Feuerkämpfer, die ihr Leben aufs Spiel setzen um andere Menschen aus Flammenhöllen zu befreien.
Feuerwehrmann Jack Morrison (Joaquin Phoenix) rettet in einem riesigen brennenden Lagerhaus in letzter Sekunde einen Mann im zwölften Stock bevor er selbst aufgrund einer gewaltigen Explosion mehrere Stockwerke tief runterstürzt und vom Feuer eingeschlossen wird. Draußen koordiniert Einsatzleiter Cpt. Mike Kennedy (John Travolta) die riskante Rettungsaktion, während sich im Gebäude seine Kollegen durch die Flammen schlagen um ihn zu finden und zu retten. Dazwischen sieht man als Zuschauer Rückblenden aus Jack´s ereignisreichem Leben als Feuerwehrmann, vom ersten Tag auf der Wache, dem ersten Einsatz, seiner Hochzeit bis hin zu diesem schicksalsträchtigem Großbrand...
Hollywoodungewöhnlich wird hier weitesgehend auf Kitsch verzichtet, es wird versucht das Leben der Feuerwehrleute und insbesondere das von Hauptfigur Jack realistisch zu beleuchten und ohne pseudodramatische Aspekte bzw. kitschige Klischees darzustellen. Im Vordergrund stehen hier nicht die Brandszenen, die zwar auch vorhanden sind und gut inszeniert wurden, sondern die Feuerwehrleute und ihr Job.
Natürlich wird der Vergleich von "Im Feuer" mit "Backdraft" aufkommen, da Filme über die Feuerwehr doch recht rar gesät sind. "Im Feuer" legt im Gegensatz zu "Backdraft", bei dem die Feueraction und Dramatik mehr im Vordergrund stand, mehr Wert auf eine ausgefeilte Story und die Darstellung der Charaktere. Beide Filme sind ohne Frage gelungen, jedoch hat "Im Feuer" hier inhaltliche Vorteile während "Backdraft" effekttechnisch besser ist. Natürlich gibt es auch in "Im Feuer" Actionszenen, in den Feuer bekämpf und Leben gerettet werden muss, allerdings sind diese nicht so spektakulär gehalten bis vielleicht auf den Großbrand im Lagerhaus.
Bei den Schauspielern hat man eine sehr gute Wahl getroffen, zum einen mit Joaquin Phoenix als Jack und zum anderen mit John Travolta als Cpt. Mike Kennedy. Beide haben ein ernormes Charismapotential welches sie hier blendend einsetzen und somit ihre Charaktere sehr lebendig und real machen. Aber auch die anderen Schauspieler sind gut gecastet und machen ihre Arbeit gut. Regiemäßig hat Jay Russell ("Mein Hund Skip") mit seinem ersten richtigen Big-Budgetfilm ganze Arbeit geleistet und einen optisch ansehnlichen sowie inszenatorisch klassischen Film ohne große technische Spielereien geschaffen.
"Im Feuer" ist ein wirklich gelungener und sehr gut inszenierter, realistisch gehaltener Film, der die Arbeit der Feuerwehrleute auf respektvolle Weise portaitiert.
8 von 10 Punkten.