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Im Feuer (2004)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 11.02.2006, seitdem 350 Mal gelesen
Nach den Anschlägen vom 11. September wollten die Macher von „Im Feuer“ nach eigenen Aussagen mal wieder dem Berufszweig der Feuerwehr huldigen, doch leider fällt das Ergebnis entsprechend pathetisch aus.
Dabei legt „Im Feuer“ einen guten Start hin: Jack Morrison (Joaquin Phoenix) und seine Kollegen von der Leiter 49 stürmen ein brennendes Gebäude, um Menschen zu bergen. Im 12ten Stock findet Jack noch jemanden, kann ihn retten, wird aber selbst verschüttet, als ein Teil des Gebäudes zusammenbricht. Das ist schon mal ein wirklich famoser, schweißtreibender Beginn, der allerdings nur die Rahmenhandlung einleitet, denn das Schicksal des eingeschlossenen Jack ist nicht der Mainplot.
Mainplot sind Jacks Gedanken, während er ausharrt und auf seine Kollegen wartet, die verzweifelt versuchen zu ihm zu kommen. Er erinnert sich von der Zeit an, als er als Rookie bei der Truppe anfing, bis zum heutigen Tag…
„Im Feuer“ entpuppt sich als Werbefilm für die Feuerwehr und zwar auf dermaßen pathetische Weise, dass Filme wie „Navy Seals“, „Top Gun“ oder „Delta Force“ noch harmlos mit der Selbstbeweihräucherung diverser Spezialeinheiten aussehen. Vor allem in den Rückblenden gibt es diverse Dialogszenen, welche die Handlung wenig bis gar nicht vorantreiben, sondern nur pathetische Gelaber sind. Jack und seine Kollegen erzählen am liebsten wie toll es ist Menschenleben zu retten und dass sie deshalb so gerne in brennende Gebäude stürmen. Das mag ja für diverse Feuerwehrmänner zutreffen, aber so widerlich mit dem Holzhammer muss man die Lobpreisungen ja nicht unterbringen.
Auch sonst kostet die Beweihräucherung der Feuerwehr diverse Sympathiepunkte, denn aus diesem Grund gestaltet sich „Im Feuer“ stellenweise extrem unrealistisch: Ein paar Feuerwehrleute werden bei Einsätzen schwer verletzt oder getötet (megapathetische Begräbnis und das Versprechen, man werde für den Kameraden wieder auf den Truck hüpfen, inklusive), damit es nicht ganz unglaubwürdig wird, aber Zivilisten erliegen bei keiner Brandszene ihren Verletzungen. Auch sonst in der Realität durchaus vorkommende Situationen, z.B. dass man einen Eingeschlossenen nicht retten kann, werden hier ausgeblendet.
Dabei hat „Im Feuer“ auch seine positiven Seiten. Die Rahmenhandlung wird zwar nur gelegentlich eingeblendet, ist dann aber recht spannend und schweißtreibend in Szene gesetzt. Auch die Rückblenden sind, sofern sie nicht gerade in Pathos versinken, durchaus ansprechend gemacht und beschäftigen sich mit dem Leben eines Feuerwehrmannes in allen Facetten: Scherze auf der Wache, aber auch Trauer um beim Einsatz getötete Freunde oder Probleme (z.B. wenn die Ehefrau den Job zu gefährlich findet) werden thematisiert und das teilweise auch ziemlich realistisch. Besonders gelungen sind die Szenen mit den Rookie-Begrüßungen, die mit ihrem Humor für die richtige Auflockerung sorgen.
Ebenfalls klare Highlights sind die Einsätze der Feuerwehr gegen die sogar „Backdraft“ teilweise alt aussieht: Lodernde Feuersbrünste, einige Explosionen und nette Stunts (u.a. eine Rettungsaktion via Abseilen an einem Hochhaus) gehören hier zur Tagesordnung. Spektakulär sehen die Szenen stets aus und stets schnellt der Spannungspegel in genau diesen Momenten nach oben. Hätte man mehr Fokus auf die Einsätze gelegt und dafür im Bereich Feuerwehrhuldigung zurückgesteckt, hätte „Im Feuer“ ein echtes Highlight werden können.
Die Besetzung ist dafür exquisit, vor allem Joaquin Phoenix macht einen sehr überzeugenden und eindringlichen Job. John Travolta als Vorgesetzter ist ganz ordentlich, beweist Mut zur Selbstironie, war in den letzten Jahren aber schon mit mehr Elan bei der Sache. Sehr gut ist Robert Patrick als ruppiger Kollege, der Rest der Darstellerriege (u.a. Morris Chestnut) ist auch durchweg überzeugend.
Letzten Endes muss man dann aber sagen: So sieht ein guter Feuerwehrfilm nicht aus. Pathetische Überhöhung der Feuerwehrleute killt immer wieder den Spannungsbogen, da ist dann trotz fantastischer Brandszenen und einer guten Besetzung nur Mittelmaß drin.
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