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Im Feuer (2004)

Eine Kritik von Porcupine (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 07.08.2006, seitdem 198 Mal gelesen


Also ich weiß ja nicht, was "Im Feuer" darstellen soll. Charakterkino in brennenden Häusern ? Samstag-Abend-Blockbuster ? Oder doch ganz einfach nur ein kleines Dankeschön an den Wagemut dieser Feuerwehrleute ? Natürlich in Anspielung auf den 11. September.

Also Ersteres ist es schon mal nicht. Ich verstehe nicht, wieso John Travolta und Joaquin Phoenix für diese Rollen engagiert worden sind oder wieso diese die Angebote angenommen haben. Denn die Charaktere sind eigentlich recht kleingeschrieben, auch wenn gerne das Gegenteil der Fall gewesen sein wollte. Im Mittelpunkt stehen diese Beiden zwar, in Form von Jack Morrison (Phoenix) und Mike Kennedy (Travolta). Der Film beginnt mit einem halsbrecherischen Einsatz, bei dem Jack sich verletzt und von seiner Einheit 49 gerettet werden muss. Bis dahin muss er sich jedoch noch ein wenig gedulden, weil das einige Strapazen mit sich bringt und so beginnt der Film in Rückblenden, Jacks bisheriges Leben als Feuerwehrmann zu beleuchten.

Hier will wohl hauptsächlich gezeigt werden, wie dieser Job polarisiert. Einerseits kann man schnell der gefeierte, lebenrettende Held werden, doch genauso schnell schaut man dem Tod ins Auge, was sich wiederum auf das Familienleben niederschlägt. Jack lernt in seinen Rückblenden seine zukünftige Frau Linda kennen und lieben, mit der er bald auch 2 Kinder hat. Sie leben das große Glück, Nichts scheint sie auseinander bringen zu können und ihre Ehe ist die wahrhaftige Liebe. Doch umso mehr sich Jack bei seinen Einsätzen in Gefahr begibt, desto mehr beginnt das Verhältnis zu Linda zu bröckeln. Sie wirft ihm Egoismus vor, dass er nur an sich und nicht an seine Familie denke, die von heute auf morgen ohne ihn sein könnte. Doch Jacks Liebe zu seiner Arbeit ist zu groß, als dass er sie einfach so an den Nagel hängen könnte. Ein großes Fragezeichen stellen für mich diese Rückblenden ja schon immer dar, weil Jacks Kollegen eine riesengroße Familie bilden, die zu jeder Party eingeladen sind und Mike Kennedy auch gleich mal der Taufpate von Jacks Kindern wird. Klar gibt es natürlich auch einen unsympathischen Widersacher, der von Jason Patrick dargestellt wird, aber das ist man ja in Hollywood-Produktionen schon gewohnt. Außerdem wäre "Im Feuer" nicht "Im Feuer", wenn nicht auch dieses etwas angespannte Verhältnis nicht früher oder später aus dem Weg geräumt würde.

Sinn und Zweck dieser Art von Erzählung scheint für mich nur darin zu bestehen, dass der Film eben etwas anders aufgebaut ist und ihm somit ein wenig mehr Spannung verliehen wird. Wenn man Jack so hilflos herumliegen sieht, zu Beginn des Films, und dann nach und nach erfährt, was er alles zu verlieren hat und wem er denn alles fehlen könnte, bei einem möglichen Tod, dann gewinnt der Charakter logischerweise schneller Sympathien als wenn man sich nur auf den Charakter per se fixiert hätte. Das wars aber dann schon an Einfallsreichtum, wenn man dem Film diese Erzählart überhaupt zu Gute halten kann. Der Rest ist eine Ansammlung von größten Klischees.

Natürlich muss der Hauptdarsteller die große Liebe seines Lebens kennenlernen, das auch noch im Lebensmittelladen. Als ob man das nicht schon zur Genüge kennt. Seine Kollegen sind allesamt die nettesten Typen überhaupt, Jack darf kleine Kinder retten, die Ehe beginnt zu kriseln, Jack wird immer mehr mitgenommen von seiner Arbeit, hat immer weniger Zeit für seine Familie, es hagelt die ersten Unglücke in der Einheit und so weiter. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle also. Nur mit dem Problem, dass diese irgendwie keinen so richtig interessiert. Weil man es ganz einfach schon kennt. Wenn schon nicht aus irgendwelchen Feuerwehrfilmen, von denen es zugegebenermaßen ja nicht einmal so viel Bekannte gibt, dann aus irgendwelchen anderen ähnlichen Filmen mit identischer Handlung. Meistens kennt man das ja aus Copfilmen.

Ja. Und dann das Ende. Bei aller Liebe, aber solch einen Haufen Dreck hab ich ja schon lange nicht mehr gesehen. Vorher möchte ich dem Film ja wirklich noch zusprechen, dass er handwerklich sehr gut inszeniert wurde und die Feuerszenen sicher den ein oder anderen Aufwand mit sich gebracht haben und der Film die meiste Zeit Kurzweile verspricht. Aber solch ein Ende ist selbst mir zuviel. Ein so von Pathos und Patriotismus getränktes Häuflein Elend hab ich wirklich schon ganz lange nicht mehr gesehen. Wie eine Art Musikclip. Ich möchte nicht mehr und näher drauf eingehen, sonst endet mein Review in einem Spoiler.

Also sicher gute Unterhaltung an einem tristen Abend, doch fürs Hirn ist dieser Film keine Nahrung. Und Schauspielgrößen wie Travolta und Phoenix sind gnadenlos verschenkt. Schlimm.

5/10 Punkte


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