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Dorf der Verdammten, Das (1960)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 04.06.2004, seitdem 493 Mal gelesen


Ein kleines Genrejuwel findet sich in Wolf Rillas “Das Dorf der Verdammten”, der erst dank Carpenters Remake richtig bekannt wurde, als Klassiker jedoch immer noch unterschätzt wird. Zu den größten Stärken von Wolf Rillas Horror-Sci-Fi-Vision gehört sicherlich die ungemein kompakte, auf gerade mal 70 Minuten komprimierte Handlung, die ohne Umschweife gleich zur Sache kommt: In einer amerikanischen Kleinstadt fallen alle Menschen für wenige Stunden in Ohnmacht, einige Wochen später erfahren mehrere Frauen, dass sie schwanger sind. Als die Kinder geboren werden, stehen die Einwohner vor einem Rätsel: Sie sehen nicht nur komisch aus, sondern scheinen auch noch mit übermäßiger Intelligenz gesegnet zu sein und sorgen schon bald für die ersten Todesfälle. Als der Lehrer Gordon (George Sanders) erkennt, dass man den Kleinen unmöglich moralische Werte und Anstand einflößen kann, scheint es fast zu spät zu sein.

Wolf Rilla fokussiert seinen Film klugerweise nicht auf eine Erklärung der Herkunft der Kinder, sondern belässt bei der Frage, wie man ihnen zuvorkommen kann. Das erspart trashige Aufnahmen von Ufos oder Außerirdischen und lässt uns mitzittern, ob und wie es die Einwohner noch schaffen können, die Ausbreitung der Kleinen zu stoppen. Die agieren nämlich immer furchterregender, treiben sie doch jeden Bewohner in den Selbstmord, der ihnen etwas antun will. Dank eines hervorragenden Castings und solider Effekte (die Augen leuchten, wenn sie wütend werden) wirken die Kinder in ihrer Kühle sogar heute noch angsteinflößend. Überhaupt kann sich die Inszenierung dieses Low-Budget-Films mehr als sehen lassen, lediglich das brennende Haus zum Schluss ist Trash pur.

Vielleicht wäre “Das Dorf der Verdammten” heute bekannter, wenn das Teil damals mit größerem Werbeaufwand in die Kinos gekommen wäre, aber aufgrund des brisanten Themas um unbefleckte Empfängnis, was im Film selbst eigentlich völlig nebensächlich ist, blieb Rillas Werk lange Zeit nur ein Geheimtipp, was es im Grunde genommen noch heute ist. Schade, denn so unkompliziert erzählte, aber höchst effektive und kurzweilige Horrorfilme bekommt man selten zu Gesicht.


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