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Two Evil Eyes (1990)

Eine Kritik von McKenzie (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 01.05.2006, seitdem 423 Mal gelesen


Dario Argento, der Meister des Giallos und Mystery-Horrors und George A. Romero, Regisseur von unvergleichlichen filmischen Horrorvisionen und apokalyptischen Angriffen auf die US-Gesellschaft wie "Dawn of the Dead" und "The Crazies" fanden sich zusammen, um einen Episodenfilm nach Edgar Allan Poe zu verwirklichen.

Klingt sehr vielversprechend und interessant. Doch irgendwie auch komisch... Und das Endprodukt dieser Vorgabe ist dann leider auch alles andere als meisterlich, zwar nicht desaströs aber doch nicht dem Niveau, das man sonst von diesen beiden Regisseuren gewohnt ist, angemessen.

Im Grunde handelt es sich um ein Teil-Remake von Roger Cormans "Tales of Terror" (nur die "Morella"-Episode fehlt), eines Poe-Episodenfilmes aus den 60ziger Jahren. Damals standen Darsteller wie Vincent Price, Peter Lorre und Basil Rathbone vor der Kamera.

In der ersten Episode geht es um eine egiostische Ehefrau (Adrienne Barbeau), die den Tod ihres reichen alten Mannes Valdemar kaum erwarten kann und dieses Ziel schließlich mit Hilfe des zwielichtigen Arztes, der ihren Mann behandelt, verwirklicht. Doch der Rache des Toten kann sie ebenso wie der Doktor letztendlich nicht entgehen...

Was Romero uns hier serviert erscheint als uninspirierter und einfallsloser Abklatsch der Original-Geschichte, der irgendwie vor allem den Horror vermissen lässt, den der Stoff hergegeben hätte (hier noch einmal der Verweis auf die alte Verfilmung). In einigen Interviews kommt durch, das Romero allerdings eh nie sonderlich begeisterst von diesem Projekt gewesen war. Ein Meister des Visuellen wie Argento war er ohnehin noch nie, auch wenn der Film zugegebenermaßen recht nett fotographiert ist. Die Darsteller sind an sich durchaus in Ordnung, vor allem Adrienne Barbeau (man rufe sich ihre großartige Performance in John Carpenters "The Fog" ins Gedächtnis), doch was nützen die besten Chargen, wenn das Drehbuch und die Regie nicht vermögen, sie richtig einzusetzen?
Denn diese Episode ist weder besonders unheimlich, spannend (eher langweilig) oder originell, stellenweise sogar einfach nur kitschig. Die Schlusssequenz ist recht gelungen doch das ist dann auch so ziemlich der einzige Lichtblick und der einzige Höhepunkt.
Die Musik von Pino Donaggio (der vormals für Brian de Palma arbeitete) vermag zwar noch einiges herauszureißen, doch insgesamt kann man ganz klar sagen: Hier hat sich Mr. Romero wirklich nicht mit Ruhm bekleckert!

Ich gebe 4/5 für die Romero-Episode "The Case of Mr. Valdemar".

"Episode Nr. 2: The black cat":

Der Polizei-Photograph Rod Usher (brilliant: Harvey Keitel) findet morbiden Gefallen an seinem Beruf und an dem Sammeln besonders abstoßender Impressionen von Tatorten und Greueltaten. Seine Begeisterung für blutige Szenarien und seine permanente Abwesenheit (meist kippt Rod nach Feierabend einiges hinter die Binde) sind seiner jüngeren Frau zuwieder, die sich in eine Affäre mit einem Musiker und die Liebe zu ihrer schwarzen Katze flüchtet. Als sie Rod zur Rede stellt, der ihre Katze für Photos gequält hat und dieser ihr den Ehebruch vorhält, kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Rod die Fassung verliert...

Wer die Poe'sche Vorlage kennt, weiß, das Argento dieser relativ getreu folgt. Dies kommt ihm sehr zugute, denn im Gegensatz zu Romeros verschenktem Beitrag kann man "The black cat" wenigstens noch einige Vorteile abgewinnen. So muss man sich hier immerhin nicht langweilen, da Argento mit einem steigenden Spannungsbogen dem spektakulären Ende (das er um einen weiteren Einfall von seiner Seite bereichert hat) entgegensteuert. Außerdem wird man glücklicherweise wieder mit zahlreichen kameratechnischen Spielereien verwöhnt, bizarre bis amüsante Blickwinkel (man darf als "Pendel des Todes" zwischen zwei Leichenhälften hin- und herschwingen!!!) und Kamerafahrten findet man hier wieder zuhauf und das allein dürfte eigentlich schon reichen, um Argento's Leistung über die seines Kollegen zu heben doch was den Film neben den bereits genannten Aspekten so sehenswert macht ist die herausragende Leistung von Harvey Keitel (einer der wenigen echten Hollywood-Stars mit denen Argento je arbeitete, "From Dusk till Dawn"), der das Misstrauen und das schließliche Abdriften von Rod in den Wahnsinn und die paranoide Besessenheit auf höchst glaubwürdige und greifbare Art umsetzt. Auch hier sind wieder der gelungene Score von Pino Donaggio (der zwei Jahre später auch noch Argento's "Trauma" vertonen sollte) und die gewohnt virtuosen Make-Up-Effekte von Tom Savini hervorzuheben.
Argento hat seine Sache deutlich besser gemacht, ist jedoch auch weit davon entfernt, an frühere Glorien anzuknüpfen und reizt sein Können bei weitem nicht aus. Auch fällt die Amerikanisierung ("Two evil eyes" wurde in den USA produziert) seines Stils wie auch später bei "Trauma" negativ ins Auge. So ist "The black cat" lange nicht so athmosphärisch wie andere Arbeiten aus früheren Jahren.

Für die Argento-Episode "The black cat" (übrigens schon die dritte Verfilmung des Stoffes von einem italienischen Regisseur) gibt es von mir 7/10.

FAZIT: Kann man sich gut ansehen, muss man aber nicht gesehen haben. Weder übermäßig blutig, noch besonders verschreckend, fesselnd oder künstlerisch wertvoll. Keiner der beiden Regisseure, die beide immerhin zu den größten Persönlichkeiten im Horror-Genre zählen, erreicht hier auch nur halbwegs das Niveau und die Qualität seiner übrigen Arbeiten. Schade, hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen!


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