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Two Evil Eyes (1990)
Eine Kritik von D-EVIL (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 17.03.2002, seitdem 934 Mal gelesen
DUE OCCHI DIABOLICI ist nach dem Kultfilm DAWN OF THE DEAD die zweite Zusammenarbeit von George A. Romero und Dario Argento. Als Vorlage dienten zwei Klassiker der Horrorliteratur, Poe´s THE FACTS IN THE CASE OF MR. VALDEMAR und THE BLACK CAT, die von den beiden Regisseuren jedoch sehr frei bearbeitet wurden.
Den Beginn macht George A. Romereo mit MR. VALDEMAR: Ein böses Liebespaar setzt den alten Ehemann der Frau in Hypnose, um eine Testamentsänderung zu erwirken; dummerweise stirbt der Mann, da er aber immernoch hypnotisiert ist, kann man auch immernoch mit ihm kommunizieren...Den Rest kennt man aus der Zombie-Trilogie: Der alte steigt irgendwann wieder aus seiner Tiefkühltruhe und sorgt für einige Splatter-effekte.
Romero setzt vor allem auf Atmosphäre und eine schlüssige Handlung; er verwendet viel Zeit für die Charkterisierung der Protagonisten, wodurch die erste Episode einen ziemlich lahmen Eindruck hinterläßt. Dazu trägt auch die konventionelle Inszenierung auf Fernsehspielniveau bei, man könnte die Episode gar als eine Art FALCON CREST mit Horrortouch bezeichnen. (Dr. Hoffman sieht aus wie DER typische 80er-Jahre Yuppi-Schleimer).
Trotzdem variiert Romero aber nochmals durchaus gekonnt seine Ansichten über den Tod und die Überheblichkeit der Lebenden gegenüber den Toten und auch den im Sterben liegenden. Wie John Carpenters Ex Adrienne Barbeau und Dr. Hoffman mit dem dahinsiechenden Mr. Valdemar umgehen, ist in der Tat einfach nur niederträchtig, und wird deshalb auch ziemlich grausig gerächt.
Ganz anders geht dann Signore Argento ans Werk: Seine BLACK CAT-Episode ist überfrachtet mit Anspielungen auf Poe´s Werk (Harvey Keitels brillant gespielter Charakter heißt "Usher"; in der Originalfasung kommt das Pendel des Todes zum Einsatz; in Anlehnung an "Berenice" wird eine zahnlose Leiche präsentiert; und und und...); darüberhinaus strotzt die Episode nur so vor optischen Einfällen: ob man in der Katzenperspektive vor Harvey Keitel flieht oder mit dem Pendel zwischen einer halbierten Frau hindurchschwingt, ständig findet Argento den richtigen Blickwinkel.
Erzählt wird bei Argento wie fast immer eine Geschichte über unbändigenden Frauenhass: Der perverse Fotograf Usher quält für eine Fotostrecke eine schwarze Katze zu Tode. Seit der Zeit der Hexenverbrennungen ist das Bild des schwarzen Katers untrennbar mit der Hexe (der unbhängigen, sexuell aktiven Frau) verbunden, was das Tier somit zu einer Art Stellvertreter macht. Entsprechend hat Usher davor und danach mehrere gräßlich zugerichtete Frauenleichen zu fotografieren. Sein Haß auf seine rothaarige, anämisch wirkende Frau, sowie seine mit diesem Hass verbundene Kastrationsangst kulminiert in einem bizarren Alptraum: einer Hexennacht, in deren Verlauf Usher gepfählt wird.
Im weiteren Verlauf der Episode erwirbt Usher dann eine zweite schwarze Katze: und diese leitet dann erbarmungslos seinen Untergang ein: Usher ermordet im Zorn seine Frau, und alle listigen Vertuschungsmethoden verhindern nicht, daß sich schließlich die Schlinge um seinem Hals zuzieht.
In formaler Hinsicht ist Argentos Episode eine kleine Bilanz seiner bisherigen Arbeiten, stilvoll, rasant und ziemlich spannend inszeniert, und natürlich auch um einiges heftiger als die Romero Episode.
Insgesamt kann man also sagen, daß DUE OCCHI DIABOLICI zwar ziemlich zäh anfängt, sich aber nach und nach warmläuft, um in der zweiten Hälfte mit einer ziemlich interessanten Poe-Hommage aufzuwarten.
Kritikpunkte sind die künstlerischen Freiheiten, die sich Romero und Argento bei der Bearbeitung der literarischen Vorlage genommen haben, sowie Pino Donaggio´s ziemlich verstörender Score; wer sich daran stört, versäumt jedoch einen soliden kleinen Episodenschocker mit einem brillanten Harvey Keitel.
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