Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 16.03.2010, seitdem 469 Mal gelesen
Den meisten Filmfreunden, die im Genre des Slashers ein wenig bewandert sind, dürfte die Trilogie um das „Sleepaway Camp“ durchaus ein Begriff sein und meistens mit dilettantisch umgesetzten Morden, übelsten Darstellern und einer hirnverbrannten Story assoziiert werden.
Robert Hiltzik, der anno 1983 den ersten Teil herausbrachte, raffte sich tatsächlich Jahrzehnte danach noch mal auf, eine Fortsetzung zu drehen, die man gleichermaßen als Hommage an ihn selbst verstehen könnte.
So ist es einerseits sehr mutig, andererseits nicht sonderlich rühmlich, rund 25 Jahre nach dem Original mit einer nahezu identisch aufgebauten Geschichte hausieren zu gehen: Kids im Sommercamp, ein vermummter Killer und am Ende wird dessen ach so überraschende Identität enthüllt, - Ende der Vorstellung.
Nur, dass die entsprechende Umsetzung alles andere als modern daherkommt, denn wenn Hiltzik Regie führt, herrscht Handy-Verbot und es werden die Klamotten der Achtziger ausgepackt.
Mobbing ist das große Thema, bevor der Killer erstmals zur Tat schreitet.
Alan, das schwergewichtige Riesenbaby, welches auch selber mal gerne austeilt, steht, liegt, fällt und ekelt sich einige Zeit durchs Geschehen und rasch liegt der Verdacht nahe, dass er für die kommenden Morde verantwortlich sein dürfte, denn gegen Ende aller Bloßstellungen tut er einem fast schon leid.
Einen rechten Sympathieträger findet sich indes nicht. Alle fluchen und schimpfen und der Unterschied zu den Vorgängern liegt schlicht darin, dass hier kaum eine Figur auch nur ansatzweise mit positiven Charaktereigenschaften ausgestattet ist, selbst die sanftmütige Blondine, Love Interest des Außenseiters, handelt im Verlauf nicht moralisch tadellos.
Als der Tunichtgut mit Kapuze bereits nach fünfzehn Minuten erstmals in Erscheinung tritt, keimt für einen Moment die Hoffnung auf, es mit vielen und hoffentlich perfide ausgeklügelten Morden zu tun zu bekommen, doch spätestens als einer mit Käfig um den Kopf mit Ratten konfrontiert wird, zeigt sich, dass Hiltzik in den Achtzigern stehen geblieben ist oder den technischen Fortschritt vehement ablehnt.
Anders lässt sich zumindest kaum erklären, warum diverse Morde auf Effektebene recht schwach ausfallen und uns, wahrscheinlich aufgrund Unvermögens, Details eines abgerissenen Schwanzes vorenthalten werden.
Kreativ fallen die wenigen Ableben ergo nicht aus, - ein explodierender Kopf bildet diesbezüglich lediglich einen vagen Lichtblick.
Darstellerisch bleibt man, wie vor rund zwanzig Jahren auch, auf eher niedrigstem Niveau und bindet demzufolge sogar einige Mimen mit ein, die bereits beim Original mitwirkten.
An die mag man sich nach all der Zeit und der damals wirklich sauschlechten Bildqualität zwar kaum erinnern, aber es ist ja auch eher eine Selbstbeweihräucherung, denn ein eigenständiger Slasher.
Was hier hängen bleibt, ist das latente Ärgern des Außenseiters, ein paar markant erscheinende Figuren und die völlig debilen Dialoge, die auch aus der Kritzelfeder eines Kleinkindes stammen könnten.
Dazu ein Paintballspiel im Wald, Frösche als beste Freunde und ein Cop, der nach Kehlkopfkrebs wie Darth Vader spricht.
Alles nicht sonderlich originell, natürlich auch nie spannend, aber gerade noch unterhaltsam genug, um im Kontext der Vorgänger leidlich zu unterhalten.
Dafür müsste man aber fast schon Freund jener Schinken sein…
4,5 von 10
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