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Andalusische Hund, Der [Kurzfilm] (1929)

Eine Kritik von der_da555 (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 16.02.2008, seitdem 1015 Mal gelesen


Luis Bunuel´s "Ein andalusischer Hund" war vom Gezeigten her zur Entstehungszeit (anno 1929) seiner Zeit weit voraus. Viele darin enthaltenen Szenen waren damals noch tabu (abgerissene Hand, zerschnittenes Auge, angedeutete Nacktszenen) - besser macht das den Film aber auch nicht! Es wär schon verdammt billig, einen Film nur aufgrund seiner Tabubrüche den Status eines Klassikers zu verleihen (was leider viel zu oft gemacht wird) - erst recht, wenn das Gezeigte nur damals ein Skandal war, heute aber niemanden mehr mit der Wimper zucken lässt...
Bunuel reiht eine Folge wirrer und zusammenhangloser Szenen hintereinander, nur um den Zuschauer bewusst zu verwirren. So etwas kann durchaus funktionieren, sofern der Film dann auch was draus macht. Tut "Ein andalusischer Hund" aber nicht. Was ihn zu einer Riesenenttäuschung macht! Ich hatte wirklich große Hoffnungen in diesen Kurzfilm gesetzt, die sich aber nicht annähernd erfüllten.
Grund dafür ist einfach, dass es nunmal nicht ausreicht, einfach nur "Blödsinn" ohne Struktur zu zeigen (sonst wär ja jedes Homevideo ein Klassiker der Filmkunst). Laut TV Spielfilm sollte wollte Bunuel ja "albtraumhafte Bildfolgen komponieren, um das Publikum zu verstören". Das hat vielleicht damals funktioniert - heute definitiv nicht mehr! Eine verstörende Wirkung verhindert allein schon die fröhliche Musik, die durch den gesamten Film dudelt - es kommt nicht ein Hauch von albtraumhaftem Feeling auf. Halbwegs überzeugend sind lediglich die berühmte Eröffnungssequenz mit dem zerschnittenen Auge, und die Idee mit den Ameisen, die aus der Hand kriechen.
Da sich aber nachweislich keinerlei Sinn hinter dem Ganzen verbirgt (dessen Interpretation hätte ansonsten den Film vielleicht noch retten können), ist der Film lediglich ein hohles Nichts... Und somit keine Kunst! Aber leider gilt ja fast immer das Credo: innovativ = automatisch Kunst - egal, wie dämlich es auch sein mag.
Sorry, aber wer diesen Film allen Ernstes als große Kunst preist, dem muss ich unterstellen, dass er einfach nur das nachplappert, was irgendein Filmkritiker mal geschrieben hat...
Eine filmhistorische Bedeutung will ich dem Streifen aber natürlich trotzdem keinesfalls absprechen. Nur macht ihn das allein noch nicht gut...


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