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Andalusische Hund, Der [Kurzfilm] (1929)
Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 26.05.2004, seitdem 480 Mal gelesen
Luis Bunuels “Der andalusische Hund” gilt heute als wichtigster Vertreter des surrealistischen Films und als eines der einflussreichsten Werke überhaupt. Geboren wurde die Idee aus zwei Träumen Bunuels und des legendären Malers Salvador Dali, welche das Drehbuch innerhalb kürzester Zeit fertig stellten und einen Film machen wollten, der mit gängigen Konventionen bricht, jegliche Rationalität vermissen lässt und das Publikum schockieren sollte.
Dass ihnen dies gelungen ist, sieht man noch heute. “Un chien andalou” lässt sich rational nicht erfassen und entbehrt jegliche Logik, sodass alle Erklärungsversuche für das Gezeigte zum Scheitern verurteilt sind. In drei Zeitebenen, chronologisch ungeordnet versteht sich, wird einer Frau mit einem Rasiermesser das Auge aufgeschnitten, ein Fahrradfahrer stürzt, aus der Hand eines Mannes laufen Ameisen, eine Frau wird Opfer eines Lüsternen, der an einem Klavier hängt, aus dem ein Eselskadaver ragt, eine Hand liegt auf der Strasse und am Ende erstarrt ein zunächst glückliches Paar am Strand. Logische Zusammenhänge gibt es dabei nicht, der Film ist lediglich auf die Provokation des Zuschauers aus, der mit Szenen konfrontiert wird, die für damalige Verhältnisse schon äußerst drastisch ausfallen. Legendär ist die Rasiermesser-Szene, schlichtweg skandalös für die Endzwanziger das Busengrapschen.
Erheblich aufgewertet wird der Kurzfilm durch den erst Jahrzehnte später eingespielten Tango, der einen in seiner Monotonie nicht mehr aus dem Kopf geht und den etwas verrückten Charakter dieses surrealistischen Werkes perfekt untermalt.
Man darf nicht versuchen, das in irgendein Schema zu pressen oder verstehen zu wollen, vielmehr muss man sich dem “andalusischen Hund” öffnen und im Hinterkopf behalten, dass es sich um einen der einflussreichsten Filme aller Zeiten handelt. Heute mit Sicherheit nicht mehr schockierend, aber filmhistorisch sehr interessant und selten, weshalb man sich das nicht entgehen lassen sollte, wenn sich mal wieder die Chance bietet.
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