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Mad Max II - Der Vollstrecker (1981)
Eine Kritik von Dr. Till (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 16.01.2007, seitdem 449 Mal gelesen
Nachdem Max (Mel Gibson) im ersten Teil ein wenig Rache an einer Endzeitgang verübt hat, streift er nun weiter durch die Weiten der postapokalyptischen Welt. Inzwischen giert jeder nach Treibstoff, was ein friedliches Miteinander praktisch ausschließt. Nur zur Bildung kleiner Gruppen ist die Menschheit noch fähig. Auch Max ist auf der Suche nach Benzin und stößt dabei auf ein kleines Camp im Nirgendwo. Dessen Bewohner kapseln sich gekonnt von der aufrührerischen Bande des Lord Humungus (Kiell Nielsson) ab und wollen nun mit der Hilfe des Protagonisten ans Meer, wo die Welt noch in Ordnung sein soll...
Im Gegensatz zum Vorgänger verläuft die Geschichte nicht mehr nach dem "Ein Mann gegen alle"-Prinzip; es gibt diesmal eben eine gute Partei (Campbewohner), die im steten Streit mit den Bösen, den Rowdies, steht. Und Max nimmt nun die Heroenrolle ein. Die Story ist demnach nicht komplexer geworden und unterstreicht mit ihrer platten, kompromisslosen Art die Trockenheit des Szenarios. Dabei ist der Film aber längst nicht mehr so trocken wie der Erstling: Viel mehr Figuren, die eifrig Konversation betreiben, plakativer Humor (vor allem vom Gyro Captain) und ausgefallene Outfits gewinnen dem Film durchaus mehr Alternanz ab. Leider kratzen besonders die schrulligen Outfits einiger Figuren an der Seriösität.
Die Action ist erneut auf einem hohen Niveau und schlägt quantitativ in eine ähnliche Kerbe wie beim Vorgänger. Diesmal wird sich aber nicht etwa auf dem bloßen Raserprinzip ausgeruht, sondern mit deutlich erhöhter Anzahl Vehikel und beeindruckenderen Stunts das Geschehen eher zu einem "Action auf Rädern"-Erlebnis verändert. Ich für meinen Teil fand die Rasersequenzen des Erstlings in ihrer minimalisitischen und skrupellosen Art aber unterhaltsamer. Die tollen Unfälle sind aber wenigstens wieder mit dabei.
Die Inszenierung gefällt erneut: Der pompöse Score umschmeichelt die Ohren der Zuschauer, während die verschieden Kameraeinstellungen stets Atmosphäre aufkommen lassen. Die schönen Landschaftsaufnahmen sollten auch erwähnt werden. Ganz so ambitioniert wie noch beim ersten Teil ist die Kameraarbeit aber nicht mehr. Bei den Darstellern finden sich auch keine Höhenflüge; erneut liegt der Fokus auf dem Protagonisten, was Mel Gibsons schauspielerisches Talent gut rüberbringt, anderen Schauspielern aber den Nährboden für herausragende Leistungen raubt.
"Mad Max 2" ist sehr schöne Endzeitaction, die eine wenig komplexe Story mit einer Menge Spannung und Atmosphäre kompensiert. Die abgefahrenen Outfits schießen bisweilen übers Ziel hinaus und die Qualitäten des Vorgängers werden in ihren Nuancen abgewandelt, im Endeffekt macht sich der Film aber selbst als Fortsetzung noch erstaunlich gut.
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