|
 |

Ansicht eines Reviews
Mad Max II - Der Vollstrecker (1981)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 17.07.2002, seitdem 1201 Mal gelesen
Auch wenn ich kein glühender Verehrer der „Mad Max“-Filme bin, so muss ich sagen, dass mir „The Road Warrior“, der klare Höhepunkt der Reihe, sehr gefallen hat.
Stimmungsvoll wird in der Eröffnungsszene noch einmal die Vorgeschichte wiederholt und es stellt sich bei dem Zuschauer eine wohlige Gänsehaut wegen diesem Endzeitfeeling ein. Man erfährt, wie die Menschheit sich gegenseitig in die Steinzeit bombte, die Überlebenden sich in Gangs zusammenfanden – und die Geschichte des ersten Teils, nämlich die Ermordung der Familie von 'Mad' Max Rockatansky (Mel Gibson), der daraufhin zum wandernden Söldner wurde.
Die eigentliche Handlung von „Mad Max 2 – Der Vollstrecker“ beginnt dann aber mit einer gepfefferten Actionszene, in der Max von einigen Straßenräubern gejagt wird. Doch das Gesocks endet nach und nach als Straßenbelag und Max kann weiterziehen. Das hohe Tempo der Autoaction fällt ins Auge, wenn man das Herstellungsjahr betrachtet. Ganz so furios wie in „Ronin“ oder „Last Boy Scout“ sind die Stunts zwar nicht, aber „Mad Max 2“ stammt schließlich aus dem Jahre 1981.
Diese Räuber gehören allerdings nur einer größeren Truppe an, welche ein Fort belagert, in dem noch einige Menschen leben, die sich die Zivilisation bewahren wollen. Als Max (nach einer kleinen Episode mit dem Piloten einer Flugmaschine) einen Verwundeten retten kann, kommt er in Kontakt mit den Eingeschlossenen. Diese besitzen eine Ölquelle und verteidigen ihr Gut – aber die Gang außerhalb ist auf die Dauer zu stark...
„Mad Max 2“ ist ein tolles Beispiel des Endzeitfilms und leidet weder unter der Budgetknappheit des ersten Teils noch unter dem Pseudohumor des dritten Teils. Stattdessen bleibt ein reiner Endzeitactioner mit pessimistischer, teilweise sogar zu pessimistischer Stimmung. Doch über diesen Mangel trösten dann die stimmungsvollen Sets hinweg.
Der Plot ist ziemlich geradlinig und dient in erster Linie zur Verbindung der Actionszenen. Die Spannung ist dann auch nicht so hoch, aber die Geschichte ist doch sehr unterhaltsam gemacht. Nach Logik sollte man freilich nicht fragen (warum verheizt die Gang den Sprit literweise, wenn sie für Benzin eine derartig anstrengende Belagerung in Kauf nehmen?).
Die Action ist typisch Endzeitfilm: Mit wenigen aktuellen Schießprügeln (nur Max’ Schrotflinte und der Revolver des Bandenchefs), dafür aber jeder Menge an Armbrüsten, Speeren usw. geht es zur Sache. Diese Szenen bieten gute archaische Zweikämpfe, die natürlich nicht allzu akrobatisch ausfallen. Spektakulärer ist dagegen die Autoaction, von der es hier reichlich gibt. Mit den futuristischen Karren wird über wunderbar öde Wüstenhighways gejagt und sich dabei gegenseitig beharkt, was eine Augenweide für den Actionfan ist.
Mel Gibson spielt Max als zweckorientierten und unfreundlichen Typen – charismatisch, aber ehrlich gesagt keine große schauspielerische Leistung. Auch die Nebendarsteller sind nicht das Gelbe vom Ei, überzeugen aber zum Teil durch ihre Freakigkeit wie z.B. der Flieger oder durch ihre Kostüme. Hier wären die Bösewichte zu nennen: Vernon Wells dient auch hier (wie schon in „Phantom Kommando“) als besonders gefährliches Stück Prügelfleisch (hier nur im besonders schrillen Punkoutfit) und Oberbösewicht Humungus kauft seine Hockeymaske anscheinend im gleichen Laden wie ein gewissen Jason V.
„Mad Max 2“ erweist sich als furioser Endzeitfilm mit coolem Szenario und hammerharter Action, hat aber im punkto Story und Spannung doch einige gravierende Mankos. Ich schwanke zwischen einer sehr guten 7 und einer schwachen 8 auf der ofdb-Skala.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von McClane
Zurück
 |
 |
|