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12 Geschworenen, Die (1957)

Eine Kritik von Ermin (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 21.08.2007, seitdem 310 Mal gelesen


Ein 18 jähriger Puertoricaner wird beschuldigt, seinen eigenen Vater kaltblütig erstochen zu haben. Der junge Beschuldigte, der in den Slums aufgewachsen ist, wurde von seinem Vater sein Leben lang geschlagen, erlebte so viel Elend und Gewalt in seinem noch jungem Leben. Zwei Zeugen sollen den Beschuldigten kurz nach der Tat, aus der Wohnung, dem Tatort, wegrennen gesehen haben. Zudem wurde die Tatwaffe, ein Messer des Beschuldigten am Tatort vorgefunden. Der Beschuldigte gab an, das Messer verloren zu haben und zur Tatzeit im Kino gewesen zu sein. An den Titel des Films oder an die Schauspieler konnte sich der Beschuldige bei dem Polizeiverhör nicht errinern. Alles Anzeichen, dass der junge Puertoricaner die grausame Tat begangen hat.

Zwölf Geschworene, alles Männer, sollen sich, wie es in Amerika üblich ist, im Geschworenenzimmer über die Schuld oder Unschuld des Beklagten einigen. Bei einem Schuldspruch würde den Jungen der elektrische Stuhl erwarten. Bei der ersten Abstimmung stimmt der Geschworene Nr. 8, der von Henry Fonda gespielt wird, nicht schuldig und sorgt damit für Unverständnis bei den übrigen elf Geschworenen, die allesamt für schuldig gestimmt haben. Im Laufe des Films wird die Tat vom Geschworenen Nr.8 rekonstruiert, wodurch er nach und nach einzelne Geschworene von der Unschuld des Beklagten überzeugt. Doch das Urteil muss einstimmig sein...

Der Film "Die 12 Geschworenen", Sidney Lumet Spielfilmdebüt, gehört zu den besten Filmen, die ich gesehen habe und fesselte mich von der ersten bis zur letzten Minute. Im ganzen Film gab es für mich, dank intelligenter, durchdachter Dialoge keine langatmige Szene. Alle Schauspieler spielen komplett unterschiedliche Rollen und legen eine geniale, schauspielerische Leistung hin. Das Ungewöhnlich an diesem Film ist es, dass man sich nur einer Location, dem Geschworenenzimmers, bedient und der Film nichtsdestotrotz bis zur letzten Minute unterhaltsam bleibt. Als Zuschauer fühlt man sich quasi als ein Mitglied der Geschworenen. Die Botschaft des Films, Vorurteile in der Gesellschaft, ist und bleibt zeitlos. Ein Meilenstein der Filmgeschichte. Diesen Film muss man mindestens ein Mal im Leben gesehen haben!


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