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Walking Tall - Auf eigene Faust (2004)

Eine Kritik von Kane McCool (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 08.12.2004, seitdem 407 Mal gelesen


Neben Filmen wie "The Punisher" und "Mann unter Feuer" kehrte auch mit "Walking Tall" das zynische Brutalo-Kino der 80er in die Lichtspielhäuser zurück. Und mit Dwayne "The Rock" Johnson (The Scorpion King) hat man auch den richtigen Darsteller für diese Art von Film gefunden.

Nach Jahren kehrt Soldat Chris Vaughn (The Rock) zurück in seine Heimatstadt, in der sich einiges verändert hat: Vaughns ehemaliger Schulrivale Jay (Neal McDonough) hat aus dem Nest ein Glücksspiel-, Prostitutions- und Drogen-Mekka gemacht. Kurzerhand lässt Chris sich zum Sheriff wählen und nimmt das Gesetz gemeinsam mit seinem Kumpel Ray Templeton (Johnny Knoxville) und seiner Jugendliebe Deni (Ashley Scott) selbst in die Hand.

Hier beweist The Rock, dass er mehr drauf hat als der selbsternannte Action-Star Vin Diesel (Extreme Rage). Denn The Rock hat trotz seiner Minimalmimik wesentlich mehr Charisma als der ehemalige Türsteher, und eignet sich daher eher zum ultimativen Nachfolger von Arnie und Stallone. Johnny Knoxville (Men in Black 2) sieht man den Spaß, den er im Film hat, förmlich an und auch seine Jackass-Erfahrungen erweisen ihm hier gute Dienste. Ashley Scott (S.W.A.T.) sieht hübsch aus, hat aber ansonsten nicht wirklich viel zu tun. Trotzdem wirkt sie nicht fehlbesetzt. Neal McDonough (Minority Report) nimmt man zwar locker das korrupte Arschloch ab, doch man nimmt ihm irgendwie nicht ab, dass er für The Rock ein ebenbürtiger Gegner für einen finalen Zweikampf ist.

Am ehesten erinnert "Walking Tall" wohl an die 80er-Werke von Schwarzenegger und Stallone. Ab und zu kommt sogar ein bisschen "Rambo"-Feeling auf. Die Action ist nach der guten alten Schule gemacht worden, was auch gut so ist. Denn Zeitlupen-Fights und unpassende Bullet-Time-Sequenzen a'la "The Matrix" wären mehr als störend gewesen. Stattdessen besteht der Film aus knallharten Schlägereien und recht unblutigen Shoot-Outs. Die eine oder andere brutalere bzw. blutigere Szene hätte "Walking Tall" garantiert nicht geschadet. Hier fehlen irgendwie die guten alten Genickbrüche und Kopfschüsse. Doch dafür kann sich Chris Vaughns Kasino-Zertrümmerung mit dem Holzbalken wirklich sehen lassen und auch ein paar Knochenbrüche gibt es. Vermischt wird diese ganze Old-School-Action dann mit einer guten Portion Humor, die vor allem wegen Mr. "Bitte machen Sie das nicht zu Hause nach" Johnny Knoxville nicht zu kurz kommt. Allein die Szenen, wo Knoxville und The Rock einen Jeep zerlegen, um nach Drogen zu suchen (welche sie aber nicht finden), ist Comedy pur. Zudem verfügt Knoxville noch über einige mehr oder weniger witzige Sprüche. Abgesehen von Ashley Scotts Kasino-Strip und ihrer angedeuteten Sex-Szene mit The Rock gibt es an Erotik in "Walking Tall" hingegen nicht allzu viel zu finden. Jedoch ist das auch nicht weiter schlimm. Spannung gibt es auch nur wenig, doch von einem Film dieses Genres kann man auch keine wirklich tiefgründige Story erwarten.

"Walking Tall" bietet (fast) alles, was Fans von Action alter Schule erwarten. Daher ist der Film für einen Filmabend ohne großen Anspruch nur zu empfehlen.


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