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Mann unter Feuer (2004)
Eine Kritik von killerwombat (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 09.11.2004, seitdem 282 Mal gelesen
"Mexico ain't got Shit on Me!"
oder Die Arschbombe
Eher widerwillig lässt sich Creasy (Washington) von seinem alten Kumpel Rayburn (Walken), mit dem er gemeinsam für die CIA vermutlich schreckliche Dinge getan hat und deswegen nun ein psychisches Wrack ist, zu einem Job als Bodyguard in Mexico City überreden. Nur schwer findet er sich im Umgang mit seiner Schutzbefohlenen, der Tochter eines Unternehmers, zurecht. Der kleinen Pita (Fanning) gelingt es aber doch, die harte Schale ihres Leibwächters zu knacken und zwischen den beiden entwickelt sich eine Mischung aus Freundschaft und Vater-Tochter-Beziehung. Doch dann kommt was kommen muss: Trotz heftiger Gegenwehr von Creasy wird Pita entführt und die Eltern erpresst. Aus zunächst undurchsichtigen Gründen geht die Zahlung des Lösegeldes aber schief - für Pita das Todesurteil. Creasy kann dies nicht ertragen und schwört bittere Rache: Jeder der von der Entführung profitiert hat soll sterben.
'Man on Fire' hat drei große Trümpfe, die Regisseur Tony Scott mutig ausspielt:
Natürlich dominiert die schauspielerische Leistung von Denzel Washington den Film. Der Oscar-Gewinner liefert hier vielleicht die eindrucksvollste Leistung seit 'Training Day' und das ist kein Zufall, denn im zweiten Teil von 'Man on Fire' beeindruckt Washington mit einer ähnlich kompromisslosen Präsentation seines Charakters wie als Bösewicht in Fuqua's Cop-Thriller. Die Wandlung vom bewaffneten Teddybären zum gnadenlosen Racheengel wurde selten so schauspielerisch brilliant dargestellt.
Der zweite Trumpf ist Dakota Fanning in ihrer Rolle als Pita. Im Gegensatz zu vielen anderen Kinderdarstellern füllt Fanning die Rolle des Kindes, das per definitionem als nett anzusehen ist, nicht nur aus, sondern weckt beim Zuschauer tatsächlich Sympathien. Hier wurde Washington eine Kollegin zur Seite gestellt, die auch selbst durch ihr Spiel zum Film beiträgt und nicht nur ihre Funktion in der Handlung erfüllt.
Der dritte Punkt, der 'Man on Fire' auszeichnet ist, dass Regisseur Tony Scott mutig genug war, sich die Zeit zu nehmen, Washington und Fanning spielen zu lassen. Anders als in anderen Rachestreifen erfolgt die Motivation für den Rächer nicht nach wenigen Minuten, sondern erst, als der Zuschauer Sympathien für die Hauptfiguren entwickelt hat und den Wendepunkt im Film tatsächlich als etwas Schlimmes empfindet und nicht nur als dramaturgisch notwendige Kleinkatastrophe. Die Identifizierung oder das Sympathisieren mit Washington's Charakter Creasy wird so sehr gefördert.
Tony Scott's künstlerische Gestaltung ist freilich Geschmackssache: Das Kamikaze-Tempo, das beim Schneiden angelegt wurde und den innovativen Einsatz der Untertitel kann man als eitle Spielerei Scott's sehen oder als handlungsintensivierende Stilmittel. Das wird wohl das Geheimnis des Altmeisters bleiben.
Kein Geheimnis sollte allerdings sein, dass 'Man on Fire' einer der besten Vertreter seiner Zunft ist , was vor Allem den oben genannten Punkten zu verdanken ist.
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