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Mann unter Feuer (2004)

Eine Kritik von kloppelmoppel (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 19.12.2004, seitdem 262 Mal gelesen


Es ist eine Last mit Vätern und großen Brüdern. Künstlerisch und kommerziell im Schatten von Ridley stehend, rackert sich der kleine Scott-Bruder Tony seit Jahren um ein deutlicheres Profil ab, bisher mit eher mäßigem Erfolg. Stilistische Spielereien und Extravaganzen hat er als Werbespot-Spezialist schon ziemlich alle durchexerziert, doch wirken seine Filme durch sie häufig handwerklich überladen. Zudem wurde er Mitte der 90er noch kommerziell vom ähnlich gelagerten Konkurrenten Michael Bay überholt. Wobei Scott dann aber doch der bessere Regisseur ist. Für sein ''Man On Fire''-Projekt, dem Remake eines kaum bekannten Scott-Glen-Streifens, tat er sich mit Denzel Washington zusammen, zum zweiten Mal nach ''Crimson Tide'', seinem bisher besten, da reduziertesten Film. Auf Washington zu setzen, ist wie immer eine sichere Bank. Ihm scheint es unmöglich, schlecht zu spielen. Hier der Beschützer von Dakota Fanning ( die ihm schauspielerisch tatsächlich fast gleichwertig ist ), Täter und Bauernopfer zugleich in einer grausamen Intrige vor der hitzigen Kulisse Mexico City´s. In weiteren Nebenrollen Christopher Walken und Mickey Rourke, die beweisen, das es keine kleinen Rollen gibt, sondern höchstens kleine Schauspieler.
Ein weiterer Pluspunkt im Ensemble ist Latino-Sanges-Socke Marc Anthony, der beweist, das er zumindest schauspielerisch die bessere Hälfte von Im-Moment-noch-Ehefrau J.Lo ist.

Inszenatorisch ist der Film ein Best/Worst-Of-Scott, manchmal etwas zu schnell geschnitten und grell ausgeleuchtet, doch trotzdem oder gerade deswegen (?) meist recht wuchtig auf den Zuschauer einprasselnd. Eine gute neue Idee hatte Scott aber doch; nämlich die Unterstützung und Hervorhebung des bewegten Bildes durch Texteinblendungen wichtiger handlungs- und szenenbezogener Aussagen und Zitate. Gewalt wird des weiteren hier nicht suggestiv und außerhalb des Kamerablicks ausgeführt, sondern vor dem Zuschauer durchaus gut sichtbar gezeigt. Der Begriff Arschbombe bekommt hier eine erstaunlich wörtliche Bedeutung.
Ein Kritikpunkt ist das etwas unnötig aufgepumpte, aber nicht schlechte Drehbuch Brian Helgelands und die daraus resultierende lange Laufzeit. Eine Verschlankung hätte dem gutgetan.

Insgesamt bewegt sich der Film in einem schwachen Kinojahr aber voll und ganz auf der Habenseite, nicht nur aufgrund mangelnder Konkurrenz, sondern wegen der tatsächlichen Sehenswürdigkeit. Ein Klassiker wird´s mit Sicherheit nicht werden, seinen Bruder Ridley wird er damit auch nicht mehr einholen, doch ist ihm gute, erwachsene Unterhaltung gelungen und eine Reihe guter neuer Szenen für sein eigenes und Dakota Fannings Referenzvideo. Immerhin.


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