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Mann unter Feuer (2004)

Eine Kritik von Fabse (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 06.10.2005, seitdem 260 Mal gelesen


Dem Suff und der Bibel zugetan, findet Ex- Navy Seals Einmannarmee Creasy neuen Lebensmut in Form der kleinen Pita (nix Peta!). Als persönlicher Bodyguard des Balgs, ist natürlich das Geschrei groß, als eben jene durch zwielichtige Mexikanische Bösewichte entführt wird. Creasy sieht rot und schwört Pitas Mutter den ganzen Sauhaufen dafür kaputt zu machen. Death Wish on the rocks, halt!

Da sind se wieder: Die Gebrüder Scott! Während Geselle Ridley uns in den letzten Jahren nur noch mit opulenten Werken fütterte, die nicht mal ansatzweise an die Klasse seiner früheren Kultstreifen ran reichte, werkelte Brüderchen Tony handwerklich ohne sich beirren zu lassen an seinen patriotischen (Werbe-)Spielfilmen. Einerseits kamen da ganz ordentliche Sachen wie „Last Boy Scout“ oder „True Romance“ bei raus und Tom Cruise’ Ruhm als Sunny-Gay-Boy im Dienste der USA wurde manifestiert oder es hagelte routiniert inszenierte Nulpen wie „Crimson Tide“ und „Spy Game“. Was da jederzeit die Identifikation als „Tony Scott“-Ware leicht machte, waren bis zum triefen ausgewalzte Anwandlungen einer Proud of Stars and Stripes in the land of the free-Mentalität, so dass man fast die Uhr danach stellen konnte wann denn die Fahne im Bild weht und die imperialistische Übernation vor Glorifizierung zum großen Spermafleck in Scotts Unterhose wird. Was uns der gute Mann hier wieder präsentiert, scheut sich natürlich auch nicht den unerschrockenen Amerikaner gegen die Missstände in Mexiko ankämpfen zu lassen. Denzel Washington tritt den korrupten Nachbarn in den bösen Arsch, dass El Paso fast schon wie ein neuer Irak anmutet. Hier herrscht das Verbrechen, hier werden täglich Kinder entführt, hier haben sogar Polizisten und Familienväter Dreck am Stecken, dass es eines bibelfesten Patrioten bedarf, den Ameisenbau der Schlechtigkeit auszuräuchern. Kompromisslos bis unter die Kinnlade dient das Remake des Französischen 80er Actioners mit Scott Glenn, dem Zweck den Glauben an Amerikas aufrichtige Werte einer Reinwaschung zu unterziehen. Da können noch so viele Marines in Gefängnissen foltern, wenn der Tony Scott den strahlend weißen Kittel der Selbstgerechtigkeit überzieht fasst man sich stolz an die Brust und trällert den Starsprankled Banner runter. Immerhin kann er mit der visuellen Umsetzung des Schmachtfetzens punkten! So eine überzogen coole Videoclip-Ästhetik unterstreicht das pathetische Geklöppel, dass ein Joel Schumacher neidisch werden könnte. Man on Fire kann zwar als Actionfilm in „Neo-Bronson-Manier“ durchaus punkten, doch manchmal wird so abartig plakativ die Gefühlsmaschinerie inklusive Patriotismus-Attitüde angeworfen bis sich einem der Mageninhalt entgegen schieben will. U-S-A! U-S-A!
Dann lieber Atlas und Jackson.


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