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Mann unter Feuer (2004)

Eine Kritik von Herr Nägele (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 01.10.2004, seitdem 347 Mal gelesen


Tony Scott, den Genre-Fans und Kenner durch grandiose Werke wie "Last Boy Scout" und "True Romance" zuschätzten gelernt haben, meldet sich mit "Mann unter Feuer" nach längerer Abstinenz im Genre des harten Actionfilms bzw. Thrillers zurück.

Von der Presse schnell als einen überlangen "Death Wish"-Verschnitt abgeurteilt hat Tony Scotts Film mit eben genannten nur die Grundthematik gemeinsam und verschafft sich sein eigenes, einprägsames Profil.

Die Story ist, könnte man sagen, die eines jeden Selbstjustizfilms und lässt nicht auf einen Film mit Tiefgang schließen.
Ein desillusionierter Ex-Elitesoldat übernimmt den Schutz eines kleinen Mädchens in Mexiko, welche ihm den Sinn des Lebens wieder vor Augen führt und zwischen den beiden eine innige Freundschaft aufkommen lässt. Das Mädchen wird entführt und Creasy (Denzel Washington) schwört den Hintermännern bittere Rache.

Scott nimmt sich viel Zeit in der Einführung seiner Charaktere und in der Beziehung zwischen dem verbitterten Creasy und der aufgeweckten Pita. Dank der sehr guten schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptprotagonisten, die 10 jährige Dakota Fanning mimt das neugierige, lebenslustige Mädchen in Perfektion und Denzel Washington hat für mich endgültig unter Beweis gestellt, dass er einer der ganz Großen ist, vergisst man als Zuschauer zuweilen, dass man sich eigentlich einen Thriller zu Gemüte führt.
Wie das süße Mädchen das Herz des anfangs emotionslosen Creasy gewinnt, ist unglaublich gut in Szene gesetzt wurden und erweckt zu keinem Zeitpunkt, trotz einer Länge von 142 min, das Gefühl den Film unnötig in die Lange zuziehen.
Vielmehr wird dem Zuschauer dadurch Creasys Motivation für seinen Rachefeldzug klar gemacht.

Im zweiten Teil geht der Film dann zu einer gnadenlosen Jagd auf die Verantwortlichen über, dem es an sadistischen Einfällen nicht mangelt.

Creasy kennt keine Gnade und geht systematisch vor. Einem nach dem anderen nimmt er sich vor, angefangen vom unwissenden Handlanger bis ganz nach oben. Vor Folter wird genau so wenig abgelassen, wie vor Mord. Auch wenn er seine Informationen bekommen hat, ermordet er sein Gegenüber.
Eine Kaltblütigkeit, die aufgrund seiner Beweggründe dem Zuschauer, nicht allzu sehr zusetzt.

Scott bedient sich dabei der unterschiedlichsten stilistischen Spielereien die vielleicht auch dazu dienen, von der Gewalt etwas abzulenken, an einigen Stellen meiner Meinung nach etwas zu verspielt.

Das Ende gehört wohl zu dem Traurigsten , was ich seit langem gesehen habe was man bei so einem Film eigentlich nicht erwarten würde.
Die Rächer geht aus der ganzen Geschichte nicht als strahlender Held hervor, sondern ist nur auf das Wohl des Kindes bedacht.
Dies unterscheidet "Mann unter Feuer" von dem meisten anderen Selbstjustizfilmen und verhilft sich zum Anspruch eines Filmes mit Klasse und Tiefgang. Sehr bewegend.

Fazit:

Mann unter Feuer ist ein unkonventioneller Thriller, der sich durch seine Charaktere und einem sehr bewegenden Ende von anderen Filmen dieser Art heraushebt. Sowohl der ausgiebige 1. Teil, als auch der actionlastige 2. Teil können voll und ganz überzeugen, nicht zuletzt dank eines grandiosen Denzel Washingtons und der jungen Dakota Fanning, die ihm in nichts nachsteht. Ein überragender Film.


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