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Mann unter Feuer (2004)

Eine Kritik von Kenji (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 07.10.2004, seitdem 321 Mal gelesen


Der ehemalige Soldat Creesy fährt über El Paso zu einem guten Freund nach Mexiko. Dieser besorgt ihm einen Leibwächterjob bei dem sich Creesy um Lepita, die kleine Tochter eines jungen und wohlhabenden Paares, kümmern soll. Anfangs ist Creesy zwar eher murrisch was seinen Job angeht, doch nach und nach beginnt er eine engere Beziehung zu Lepita aufzubauen. Eines Tages aber wird sie nach einer Klavierstunde vor den Augen von Creesy entführt. Aufgrund von schweren Verletzungen ist Creesy lange Zeit ans Bett gefesselt, und kaum das er sich wieder richtig bewegen kann erfährt er, das Lepita offenbar tot sei. Getrieben von Zorn und Hass auf die Kidnapper beginnt Creesy einen gnadenlosen Rachefeldzug, bei dem er jeden töten will der irgendwie mit dem Kidnapping zu tun oder gar davon profestiert hat.
"Man On Fire" (den deutschen Titel mag ich kaum aussprechen) erzählt in erster Linie den tragischen Verlauf von Creesys und Lepitas Freundschaft, sämtliche Actioneinlagen und die ganze Intrigengeschichte sind eigentlich nur Beilage zum Film. Die Freundschaft zwischen beiden baut sich langsam, aber dafür auch nachvollziehbar auf. Nicht selten gibt es süße bzw. rührende kleine Szenen bei denen man als Zuschauer schmunzeln muss, umso härter dann aber auch die Entwicklung als Lepita plötzlich offenbar tot zu sein scheint. Schlagartig wendet sich der Film vom Hellen ins Dunkle - geschickt und glaubwürdig zugleich. Die einzelnen Schritte von Creesy sind kontrolliert, sorgen aber dennoch für Spannung (beispielsweise die Folterung im Auto). Die Intrigen die aufkommen reichen vom typischen "hab ich doch gleich gesagt!" bis hin zu wirklichen unerwarteten Wendungen. Das Ende des Films ist dann wohl das überraschendste, obwohl leider keine richtige "Finale"-Atmosphäre aufkommt, es wirkt viel mehr als würde der Film mittendrin abbrechen.
Vom Soundtrack her ist der Film ebenfalls spitze, die Musikstücke wurden passend eingesetzt und sind - besonders am Ende - ziemlich gefühlsbetonend. Auch die Schauspieler wurden herrlich ausgewählt (besonders hat mir hier neben Walken, Giancarlo Giannini gefallen), wohingegen die Kamera an einigen Ecken schwächelt. Zwar gibt es viele absichtlich "verwaschene" Szenen, doch am Anfang des Films merkt man das die Kamera oft ein bisschen zu schnell oder zu früh hin und herschaltet (beispielweise bei Close-Ups von Gesichtern).
Insgesamt ist "Man on Fire" ein sehr emotionaler Film mit Actionelementen, ich würde ihn also nicht als reinen Thriller oder gar Actionfilm bezeichnen. Zwar wirkt die "Vorgeschichte" anfangs etwas langatmig (immerhin geht die gut eine Stunde), doch dies ist notwendig um die Beziehung zwischen Creesy und Lepita klarzumachen und sie auch dem Zuschauer näher ans Herz zu bringen. Wer also einen reinen Actionreißer erwartet wird mit "Man On Fire" enttäuscht werden, wer aber eine gefühlvolle Tragödie mit der ein oder anderen härteren Schießerei sucht, der wird an diesem Film seine Freude haben.

8/10


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