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Mann unter Feuer (2004)

Eine Kritik von Film-Meister (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 15.10.2004, seitdem 278 Mal gelesen


So, da haben wir endlich mal wieder einen Tony Scott Film, von dem ja u. a. der geniale Last Boyscout (für mich einer der besten Actionfilme aller Zeiten). Man merkt im Film auch deutlich Tonys Handschrift, allerdings hat er einiges verändert und das leider nicht unbedingt im positivsten Sinne. Erstmal das weniger Erfreuliche: auch wenn der Film damit vielleicht mehr Tiefe zeigen will, ist er eindeutig zu lang gezogen, 2 Std hätten sicherlich ausgereicht. Dann die Story, die im Grundgerüst ein typisches Rache-Epos wie viele andere seiner Art verkörpert, allerdings mit einigen guten und doch noch überraschenden Wendungen, die man aber hier nicht sagen darf, böse Spoiler;) und als letzten und wichtigsten Grund die neuartige Kameraführung mit Zeitlupen und Raffern sowie Videoclipästhetik, das man teilweise fast Kopfschmerzen kriegt. Auch hier ist wie bei Kill Bill 1+2 viel mit Untertiteln bei, (auf Dauer nervt das irgendwie) manchmal wäre weniger mehr. Ansonsten schauspielerisch absolut topp, besonders Denzel und Dakota , Radha und Marc haben eher Nebenrollen (wenn auch sehr wichtige), ähnlich wie Christopher Walken, der hier nach dem Totalausfall "Neid" wieder glänzen kann, obwohl er scheinbar in jedem Film eine neue Synchro verpaßt bekommt. Mickey Rourke hat einen ähnlich kurzen Auftritt wie bei Irgendwann in Mexiko, während hier aber seine Rolle etwas wichtiger ist. Man erkennt Elemente aus Last Boyscout, Training Day und Bad Boys, es gibt einige Action zu sehen, wenn auch für fast 2,5 Std etwas wenig und da diese hauptsächlich in Videoclipstil gemacht ist, kommt man leider nicht in den vollen Genuss. Auf der kalten und harten Gefühlsebene funktioniert er tatsächlich besser. Allerdings ist hier wie auch bei allen Rachefilmen die Moralvorstellung nicht wirklich gegeben. Ein guter Film, der aber nicht an die Actionklasse von LBS kommt und leider etwas zu langgezogen wirkt, schauspielerisch top und auch spannend genug inszeniert. 1 Punkt Abzug für Überlänger und 2 für die gewöhnungsbedürftige Kameraführung (die sich leider durch den ganzen Film zieht und somit das Ergebnis beeinflusst), bleiben schicke 7/10.


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