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Event Horizon - Am Rande des Universums (1997)
Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 09.07.2002, seitdem 1567 Mal gelesen
- Vorsicht: SPOILER -
Besser gut geklaut als schlecht erfunden. Unter diesem Motto muss auch "Event Horizon" entstanden sein. Denn viele Details, Storywendungen oder Szenerien erinnern doch arg an frühere Filme, die ganz offensichtlich (bestenfalls) Inspiration für diesen Science-Fiction-Shocker waren.
Action-Rabauke Paul Anderson, der sich sonst nicht als wirklich begabter Regisseur erweist (man denke nur mal an den unsäglichen "Soldier"), schafft auf dem Weg zur "Event Horizon", einem Raumschiff, das durch Dimensionskrümmung längste Entfernungen in kürzester Zeit überwinden kann, ohne sich viel zu bewegen, eine derart beklemmende Stimmung, dass man spontan an das erste Mal "Alien" denken muss. Die Story ist anfangs eine ganz klassische Science-Fiction-Geschichte, so eine art düsterer "Star Trek": Die oben beschriebene Event Horizon sollte mittels neuester Technologie den unbekannten Teil des Universums erforschen, kam aber nie von der Erkundungsreise zurück. Sieben Jahre später, im Jahre 2047, empfägt man plötzlich wieder Daten von dem mysteriösen Schiff. Man schickt einen Erkundungstrupp hin, der zusammen mit dem Event Horizon-Erbauer Dr. Weir (Sam Neill in seiner wohl besten Rolle) herausfinden soll, wo die Crew die letzten sieben Jahre gesteckt hat, und daraufhin mit ihnen nach hause schippern soll. Doch alles kommt anders, als erwartet. Die Event Horizon ist leer. Die Crew tot. Die Logbücher mehr als erschreckend.
Und dann kommen Story-Paukenschläge en masse. Schließlich mausert sich der Film zu einem ast- und lupenreinen Horrorfilm, wenn die Crew kreidebleich herausfinden muss, woher die Event Horizon wirklich kam: Direkt aus der Hölle! Und ein solches Szenario zeigt uns Anderson daraufhin auch. In erschreckend bösen, blutrünstigen und gorigen Szenen zeigt er uns das Ende der alten Crew. Und Sam Neills finales Outfit ist wirklich der absolute Shocker. So abgrundtief böse und so abgrundtief düster war der Schauspieler, und auch das Science-Fiction-Genre in den 90ern nie. Anderson tritt ein infernalische Lawine an übelsten Effekten und Ideen los, zeigt uns sogar schallend hinterhältige Referenzen an "Shining" oder "Das Schweigen der Lämmer". Kein Wunder, dass bei all der beklemmenden Bilderwut auch Anderson beklaut wurde - eine Szene entnahm sich zum Beispiel Regisseur Tarsim für sein "The Cell". Und nicht nur optisch ist der Sci-Fi-Streifen ein Leckerbissen - die Ohren werden ständig gekitzelt. Wer diese bombastisch brüllenden Sounds hat, braucht keinen Score mehr.
"Event Horizon" ist nicht der originellste Film des Jahres, aber auf jeden Fall ein Tip, für alle diejenigen, die das ungute Gefühl, das man damals beim ersten Goutieren von "Alien" hatte, wiedererleben wollen. "Event Horizon" ist ein hinterlistiger, widerhakiger Science-Fiction-Horror, der nur an seiner mangelnder Innovation scheitert.
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