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Event Horizon - Am Rande des Universums (1997)

Eine Kritik von Teppi (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 01.11.2011, seitdem 373 Mal gelesen


Regisseur Paul W.S. Anderson ist nicht gerade für großes Kino bekannt. Seine größtenteils trashig anmutenden Werke pendeln sich zumeist irgendwo zwischen akzeptabel (“Resident Evil“), banal (“Death Race”) und grottig (“Alien vs Predator“) ein. Zur Freude des Horror-Fans gibt es in seinem Schaffen jedoch eine Ausnahmeerscheinung, welche positiv heraussticht: “Event Horizon” entpuppt sich als toll gelungener Weltraum-Grusel, welcher das Rad zwar nicht neu erfindet, aber dafür mit einer sehr stimmigen Atmosphäre für schaurigen Schrecken sorgt.

Im Jahr 2047 begibt sich ein Rettungsteam unter der Leitung von Captain Miller (Laurence Fishburne) zwecks einer mysteriösen Mission zum Neptun. Erst nach der Ankunft dort klärt der ebenfalls mitgereiste Wissenschaftler Dr. Weir (Sam Neill) die Besatzung über ihr Ziel auf: Der vor 7 Jahren verschwundene Raumkreuzer “Event Horizon” ist plötzlich wieder aufgetaucht. Da sich ein hochmoderner Antrieb für intergalaktische Sprünge an Bord des Schiffes befindet, ist die Bergung dieser Technologie von enormer Dringlichkeit. Als ein Zwischenfall ihr eigenes Shuttle schwer beschädigt, müssen die Raumfahrer auf die verlassene “Event Horizon” flüchten. Dort angekommen, häufen sich plötzlich übernatürliche Vorkommnisse - die Crew-Mitglieder sehen sich zermürbenden Visionen ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert…

Was schon bei “Alien” blendend funktionierte, klappt auch hier vorbildlich: Schon allein das Setting inmitten des Weltalls generiert eine angespannte Atmosphäre. Mit nichts weiter als luftleerem Raum um sich herum gibt es keinerlei Auswege oder Fluchtmöglichkeiten, die direkte Konfrontation mit dem Übel ist die einzige Option. Anderson weiß diese vielversprechende Ausgangslage gekonnt zu nutzen und intensiviert das unwohlige Gefühl mit äußerst atmosphärischen Aufnahmen und geschickt platzierten Schockeffekten. Als besonderer Clou erweist sich dabei die Architektur des Schiffes: Inwiefern die ungewöhnlichen Formen und Bauten bei realistischer Betrachtung Sinn ergeben würden, sei mal dahingestellt - Fakt ist, dass die endlosen Korridore ebenso wie der unbehagliche Antriebsraum eine beklemmende Bedrohlichkeit ausstrahlen.

Dementsprechend können allen voran die ersten beiden, eher subtilen Drittel überzeugen, in denen man sich auf das spezielle Setdesign sowie die innere Anspannung der Protagonisten verlässt. Der schaurige Schrecken wird dadurch unterstützt, dass der physische Terror selten grafisch ausformuliert, sondern oft nur angedeutet wird. Es ist dieses Unbekannte und Ungreifbare, was die Situation dermaßen bedrückend gestaltet. Wenn zum Schluss hin schließlich die explizite Darstellung dieser dunklen Kräfte Einzug hält und vermehrt auf Action gesetzt wird, verliert der Horror leider etwas an Intensität. Neben dem überbordenden Krawall reißen auch die sehr kurzen Einblicke in die dämonische Dimension nur beschränkt mit - hier wäre weniger mehr gewesen, die grausamen Ergebnisse der Vorstellungskraft des Zuschauers hätten nicht durch Bilder relativiert werden müssen.

Keinen Grund zur Klage liefern indes die Darsteller, welche eine vernünftige Leistung abliefern. Besonders gefallen darf dabei Laurence Fishburne als abgeklärter Captain, der die Lage scheinbar immer im Griff hat, später jedoch ebenfalls an seine Grenzen stößt. Auch Sam Neill als sturer Wissenschaftlicher präsentiert sich gut. Das Skript als solches erscheint in seiner Grundform zwar nicht unbedingt originell, weist den Figuren jedoch nicht in jedem Fall die erwartete Rolle zu und weiß somit teils zu überraschen. Während sich die musikalische Untermalung im Film selbst als stimmig erweist, wählt Anderson für den Vor- bzw. Abspann unpassend flottes Trommelgewirbel respektive Elektro-Geblubber und lässt so zumindest flüchtig seine Trash-Attitüde aufblitzen.

Fazit:Event Horizon” weiß dank seines schaurigen Setdesigns durch eine bestechend beklemmende Atmosphäre zu fesseln. Diese äußerst angespannte Stimmung kann zwar nicht bis zum Ende konstant aufrecht gehalten werden, augrund der größtenteils geschickten Inszenierung der bedrückenden Bedrohung kann der Weltall-Schocker aber dennoch ein außerordentliches Maß an Schrecken verbreiten.

8/10


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