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Event Horizon - Am Rande des Universums (1997)

Eine Kritik von anno nym (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 17.04.2004, seitdem 523 Mal gelesen


"Event Horizon" ist ein Film der Kategorie: Gut, hätte man aber mehr draus machen können.
Die Story an sich halte ich für sehr gelungen, wahrscheinlich weil ich sowieso ein Freund von Science Fiction in Verbindung mit Mystery und Horror bin: Sieben Jahre nach ihrem plötzlichen Verschwinden taucht das große Forschungsraumschiff "Event Horizon" plötzlich aus dem Nichts wieder auf und sendet einen verstörenden Funkspruch, der hauptsächlich aus undefinierbaren Schreien und den Worten "Liberata Me" (rettet mich) besteht, an die Erde. Ein Rettungsteam, ergänzt durch den Erbauer der Event Horizon, soll zum Schiff fliegen und klären, was mit der Besatzung passiert ist und wo es die letzten 7 Jahre war...
Aus dieser Geschichte kann man natürlich ne Menge draus machen, doch leider wirkt Paul Andersons Version wie zusammengekürzt. Selten hatte ich bei einem Film so stark das Gefühl, dass eine Menge fehlt. Er ist einfach zu kurz, notwendige Schlüsselszenen werden uns einfach vorenthalten und so entstehen gigantische Plotholes.
Einer der Hauptcharaktere wird zum Beispiel plötzlich total wahnsinnig, obwohl er eine Szene vorher noch quietschfidel war. Was ist da passiert? Warum will der plötzlich alle umbringen? Oder warum glaubt jedes der Besatzungsmitglieder dass ihre Visionen wirklich passieren? So rennt eine Frau doch tatsächlich ihren Kind hinterher (und damit in den Tot), obwohl ihr doch klar sein müsste, dass der Junge unmöglich auf der Event Horizon sein kann!? Der Film strotzt vor solchen Fehlern, die nicht hätten sein müssen.
Würde er sich nicht ohne Unterlass von einer Action- oder Horrorszene zur nächsten hangeln und sich etwas mehr Zeit zur Ausarbeitung der Charaktere oder dem Darstellen der ausweglosen Situation lassen, so hätte Paul Anderson einen wirklich guten und vor allen Dingen gruseligen Scifi-Horrorfilm schaffen können. So aber bleibt gar keine große Zeit sich zu fürchten, da ständig etwas Neues passiert.
Leider ist dieser Defizit in der Story weder durch die exzellente Musik von Michael Kamen, noch durch die soliden Leistungen der Darsteller zu retten, so dass der Film letztendlich nur ein zusammengeschustertes Flickwerk aus Versatzstücken vieler andere Filme (Hellraiser und natürlich Alien, um nur einige zu nennen) bleibt.
Aber vielleicht kommt ja irgendwann mal der schon ewig angekündigte Directors Cut und alles wird besser...
6/10


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