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Königreich für ein Lama, Ein (2000)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 27.12.2001, seitdem 692 Mal gelesen


Ein Ausflug auf sonst eher unbekanntes Terrain: Disney begibt sich mit "Ein Königreich für ein Lama" hinüber zum ungehemmten Blödeln, eine Witzparade in Spielfilmlänge, anarchisch bis zum Gehtnichtmehr und unter dem Strich saukomisch.
Die übrigen Brüller aus der Animationfactory von Disney wie "Aladdin" und "Hercules" boten immer noch ihre Geschichte, ihre fantastische "Coming-of-Age"-Mär im Vordergrund an, um im Hintergrund Gags, Gags und noch mal Gags zu präsentieren. Dieses "Lama" dreht die Vorzeichen einfach um.

Ursprünglich als ernstes Eldorado-Epos im Inka-Milieu gedacht, wurden die Entwürfe nach der Hälfte der Zeit fallengelassen. Da war nun kaum noch genug Zeit für einen komplett neuen Film, aber für eine Gagparade reichte es noch. Und so ist die Story vom egoistischen Inkakönig, der in ein Lama verwandelt wird, denn auch nur Aufhänger, um sich von Gag zu Gag zu hangeln.

Kaum eine Figur, die hier nicht durch den Kakao gezogen wird, andauernde Selbstironie und kaum mal ruhige Phasen machen den Film zu einer humoresken Tour de Force, die reichlich Gags ausschenkt, die früher in kleinen Warner und MGM-Cartoons zu finden waren und Tex Avery bisweilen zur Ehre gereicht hätten.
Mit kindlicher Lust am Irrsinn springen die Figuren ständig für eine Comedy-Nummer aus dem Zeitrahmen, bieten Anachronismen (das Verwandlungslabor der bösen Yzma, das Fast-Food-Restaurant mitten im Dschungel), veralbern sich selbst, grimassieren, bekommen auf den Schädel, rasen durch die Gegend, richten Chaos an oder jagen sich, um zum Schluß in einer endlosen Kaskade in Tiere verwandelt, bzw. verfolgt zu werden.

Die Zeichnungen sind dabei mal sehr fein, mal wieder grob, je nach Bedarf, aber treffend und wohlunterstützend. Daß hier keine Abbildung der Realität nötig war, dürfte klar sein.

Dabei ist der Witz mal kinderprobt, mal sehr erwachsen, nicht so ausgereift und ausgewogen, wie in "Shrek", dafür aber rotzfrech und wild in jeder Phase. Trotzdem dürften jüngere Kinder nur einen Teil aufnehmen und verarbeiten können, ältere jedoch einen ungezähmten Spaß erleben. Und für Jugendliche und Erwachsene ist dieses Chaos das reine Paradies, wenn sie denn einen Faible für so ungezähmten Wildwuchs haben.
Ein Glücksfall für das anspruchsvolle Disney (und wunderbar gesprochen von Michael "Bully" Herbig), wenn auch in der Tradition der älteren Filme sicher schnell verkannt.
(8/10)


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