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Blutgericht in Texas (1974)

Eine Kritik von KillBill-75
eingetragen am 11.07.2009, seitdem 314 Mal gelesen


Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen 2-Disc Collector´s Edition von XT-Video!

Es beginnt als idyllischer Sommerausflug. Die vier gutgelaunten jungen Menschen in ihrem Auto ahnen noch nicht, daß dieser freundliche schöne Tag zum entsetzlichsten, schrecklichsten und letzten ihres Lebens wird. Als ihnen in einer einsamen Gegend das Benzin ausgeht - ganz in der Nähe eines alten Schlachthofs - nimmt ihr grauenvolles Schicksal seinen Lauf...

Mit "The Texas Chainsaw Massacre" wurde die Geburtsstunde von Leatherface eingeläutet, jenem Spross einer durchgeknallten Sippe, der mit Vorliebe mit einer Kettensäge seinen Opfern zu Leibe rückt.

Doch bevor der gefürchtete Leatherface die berüchtigte Kettensäge anwirft und das "Blutgericht in Texas" einläutet vergehen 30 Minuten quälender Langeweile, die nicht einmal einer präzisen Einführung der Charaktere dient.

Tobe Hoopers Debüt zeigt vor allem in der ersten halben Stunde seine Schwächen - bei einer Laufzeit von maximal 80 Minuten in der ungekürzten Fassung - macht dies fast die Hälfte des Films aus.

Erst als sich die ersten Jugendlichen dem Haus der Familie nähern, nimmt die bis dahin konventionelle Inszenierung eine Wendung und setzt auf eine unheimliche Atmosphäre, unterstützt von ungewöhnlichen Kameraperspektiven, schnellen Schnittfolgen und einem Score, der mehr aus blechernen Geräuschen besteht und für Gänsehaut sorgt. Und ohne, dass der Zuschauer darauf vorbereitet ist, steht plötzlich dieser Hüne mit Ledermaske und Kettensäge in der Tür und eine unglaubliche Hetzjagd beginnt.
Einer nach dem anderen fällt Leatherface zum Opfer - bis nur noch Sandy übrig ist...

Lange vor "The Blair Witch Project" oder den erst vor kurzem von mir gesichteten "Wolf Creek" wusste es bereits der junge Tobe Hooper, dass sich mit begrenzten finanziellen Mitteln Kultklassiker produzieren lassen, so lange man vorgibt, ein weiteres schauderhaftes Kapitel der amerikanischen Kriminalgeschichte zu verfilmen, deren Opfer den grausamen Taten einer degenerierten Sippe ausgeliefert waren.

Nach "The Last House On The Left" von Wes Craven hatte sich mit "The Texas Chainsaw Massacre" das Genre des sogenannten Terrorfilms endgültig etablieren können und löste damit eine Welle nicht nur von Prequels und Sequels aus. Bis ins neue Jahrtausend versetzt das Terrorkino sein Publikum mit Filmen wie "The Hills Have Eyes", "Storm Warning" oder "Wrong Turn" in Angst und Schrecken - und oftmals sind es degenerierte Hinterwäldler oder kannibalistische Mutanten, die es auf Teenager oder Durchschnittsfamilien abgesehen haben

Wer angesichts des Titels und der Thematik hier eine blutrünstige Splatterorgie erwartet, der wird schnell eines besseren belehrt. Denn die Grausamkeiten, die der Killer mit seinem "Spielzeug" anrichtet, spielen sich - begleitet von den Motorgeräuschen der Kettensäge und den Todesschreien der Opfer - in den Köpfen der Zuschauer ab.
Regisseur Tobe Hooper setzt vielmehr auf den psychologischen Horror, deutet die Greueltaten nur an und fängt die Todesangst von Sandy mit unendlich vielen Close-Ups ihres panischen Gesichts und ihrer Augen ab, in denen sich die nackte Angst widerspiegelt.

Insgesamt ist "The Texas Chainsaw Massacre" zu Recht ein Klassiker des Genre und hat seinen Status in der Filmgeschichte verdient.

Leider muss auch an dieser Stelle erwähnt werden, dass der ohnehin sehr kurz ausgefallene Film zu wenig bietet, was vor allem an dem begrenzten Budget liegen mag.
Das Finale ist zu kurz und kommt zu abrupt, beim dritten Anlauf verliert auch die Kettensäge für den Zuschauer an Bedrohung, da sich dieses Motiv viel zu oft in kurzer Zeit wiederholt hat.

Dies alles sind Mängel, die die langweilige erste halbe Stunde auch nicht mehr ausgleichen können.
Trotzdem hat Tobe Hooper mit sehr begrenzten Mitteln ein starkes Stück Terrorkino geschaffen, das in jede gut sortierte DVD-Sammlung gehört.

5 von 5 Kettensägen!


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