|
 |

Ansicht eines Reviews
Sie verkaufen den Tod (1972)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 20.03.2010, seitdem 230 Mal gelesen
„Das dreckige Dutzend“ war ein gern kopierter Hit, 1972 verlegte Tonino Valerii das Ganze in einen Italowestern.
Angesiedelt ist die Westernsause zur Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges. Die Nahrungsmittel sind knapp, doch die Nordstaatenarmee droht Plünderern und Dieben mit dem Tod. Der (angebliche) Ex-Soldat Eli Sampson (Bud Spencer), der Herumtreiber Ted Wendel (Ugo Fangareggi) und Pembroke (James Coburn) werden beim Stehlen erwischt, wobei sie alle ein wenig Schuld an der Verhaftung des anderen ist, womit „Sie verkaufen den Tod“ zwar komödiantische Züge hat, aber keine Westerncomedy ist, wie es eine deutsche Klamauksynchro suggerieren will (es gibt aber auch zwei ernste, bessere Synchros des Films).
Während man die anderen in den Knast wirft, wird Pembroke zum Hauptmanns des Forts beordert: Er ist nämlich eigentlich Colonel, resignierte aber nach dem Verlust eines wichtigen Stützpunktes an die Südstaatler. Doch genau jenen will er zurückerobern – mithilfe von einigen Todeskandidaten, da man ihm keine Soldaten zubilligen will. Also kriegt er die neueste Ladung Hinzurichtender, darunter auch Eli und Ted, im Gegensatz zu dreckigen Dutzend wird aber nicht groß trainiert oder geplant, sondern direkt losgeritten.
Den Galgenvögeln erzählt Pembroke von einem Goldschatz, der in dem Fort versteckt ist, um ihre tatkräftige Mithilfe zu erlangen. Der nun dort residierende Südstaatenkommandeur ist Pembrokes Erzfeind, Major Ward (Telly Savalas)…
Was eine Besetzung! Bud Spencer mal in einer etwas ernsteren Rolle, trotzdem darf er meist für die komödiantischen Parts zuständig sein, z.B. wenn er zu kleine Jacken beim Anziehen sprengt oder bei einer Spionagemission vor zwei Wachen so tun muss, als müsse er pinkeln. James Coburn ist ganz klar das charismatische Glanzlicht des Films, Telly Savalas ein okayer Bösewicht mit wenig Screentime. Daneben tauchen ein paar bekannte Italofilm-Gesichter auf, z.B. der aus „Die neunschwänzige Katze“ bekannte Ugo Fangareggi oder Reinhard Kolldehoff.
Die große Actionsause erwartet man lieber nicht, die meiste Zeit über ist „Sie verkaufen den Tod“ ein ruhiger Western mit Spionageelementen (Eli muss sich in die Fieslingsfestung als angeblicher Südstaatler einschleichen), allerdings wird wenig Zeit auf die Planung der Aktion verwendet, allzu komplex ist die Aktion auch nicht und in der Mitte des Films versucht mit einigen Füllszenen etwas Zeit zu schinden: Gerade die ultralange Kletteraktion der Heldentruppe ödet mit zunehmender Dauer doch etwas an.
Den Plotschwächen stehen aber dann einige Pluspunkte gegenüber, denn die Besetzung ist nicht nur halbwegs prominent, sondern auch recht spielfreudig und der Film kann immerhin mit einem gewissen Maß an Charakterzeichnung arbeiten. Pembrokes Fehde mit Ward wird erläutert und auch Spannungen innerhalb der Gruppe thematisiert: Die meisten sind Halunken, gerade Sergeant Brent (Reinhard Koldehoff) ein ziemlicher Drecksack, während Eli trotz diverser Gaunereien das Herz am rechten Fleck hat. Große Ausarbeitung der Nebenfiguren darf man nicht erwarten, doch immerhin fährt „Sie verkaufen den Tod“ Typen auf, die markig und unterschiedlich genug sind, damit sie Eindruck hinterlassen.
Was Valeriis Film dann endgültig über den Durchschnitt hebt, das ist das explosive Finale, in dem ordentlich geschossen, gesprengt und gestochen wird. Ein paar „Helden“tode stehen Unmengen von über den Haufen geknallten Südstaatlern gegenüber, Budget und Fähigkeiten des Regisseurs sorgen dafür, dass sich das Ganze inszenatorisch auch gut blicken lassen kann und der Showdown ist zwar ausladend, aber nicht so lang, dass einen die dauernden MG-Salven ermüden würden.
Erzählerisch mag nicht viel los sein bei „Sie verkaufen den Tod“, in der Mitte zieht sich Valeriis Film durchaus, doch dafür wird man einem tollen Finale, einer prominenten Besetzung und stimmiger Atmosphäre belohnt. Nicht ganz so gut wie Vorbilder Marke „Das dreckige Dutzend“ und „Die Kanonen von Navarone“, aber klar über dem Durchschnitt.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von McClane
Zurück
 |
 |
|