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Die späten Sechziger ließen in Italien auch einige Dschungelfilme sprießen. Neben Das Dschungelmädchen - Die Göttin der Wildnis oder Luana - Der Fluch des weißen Goldes entstand so der Film Nackt unter Affen, der mit Sicherheit auch durch die Veröffentlichung von Planet der Affen profitierte. Tatsächlich handelt es sich hier auch um sehr aufrecht gehende Exemplare ihrer Art, die Karnevalskostümen zum Verwechseln ähnlich sehen.
Jetzt mag man sich sagen, daß dies bestimmt für einige Lacher gut sein muß, doch Nackt unter Affen, der immerhin mit dem Trash-Urgestein Brad Harris glänzen kann, verspielt sich so manche Chance. Eingangs noch mit einer unbeholfenen Hirnoperation um Aufmerksamkeit bettelnd, verläuft sich der Film bald in ein kaum nachvollziehbares Chaos, welches unauffälliges Schauspiel und die äußerst mangelhafte Dramaturgie unterstützen. Einen zusätzlichen Einfluß könnte aber auch die durch Langeweile potentierte Unachtsamkeit haben, die ein tieferes Verständnis auch nach zweimaligem Ansehen unterbindet.

Aus diesem ungelenken Storygerümpel schaut nun also schüchtern der oben angedeutete Mad Scientist hervor. Er manipuliert seine Affen, in Afrika, nicht auf einer Insel, wie uns der heute geläufigste Titel King of Kong Island weiß machen will. Aber einen King und einen Kong gibt es ja auch nicht. Dazwischen funkt Söldnertype Harris und seine illustre Gesellschaft, die auf Safari durch die Wildnis stapfen.
Mit Stapfen, plantschen oder ähnlichen Nebentätigkeiten wird dabei eine Menge Zeit gutgemacht. Wer sich nicht für den blanken Busen unseres Muskelprotzes interessiert, wird sich über die geläufige Kopie der Public Domain Labels ärgern, denn verschiedenen Quellen zufolge war Brad Harris eigentlich nicht der einzige Nackedei, was den deutschen Titel auch etwas ad absurdum führt.
Die Affen entführen zwischenzeitlich ein der Reisegesellschaft angeschlossenes Mädel, was wohl zu so etwas wie Mißmut führen soll. Ehrlich, so genau kann man das der Mimik nicht ablesen. So lustlos wie sich Nackt unter Affen bemüht, einen roten Faden in den Handlungsverlauf zu bekommen, unterschlage ich hier die eine Schlüsselfigur vortäuschende Eingeborene und teile nur pflichtgemäß mit, daß der Plot es schließlich noch schafft sich zu einem Showdown im Labor aufzuraffen, wo Gorillas hinter Gummigittern hausen.

Zu gern hätte ich noch eine gute Portion Einsatz von dieser haarigen Kostümfraktion gesehen, die sich doch ohnehin nicht der Spannung zur Güte hinter schnellen Schnitten verbirgt. Sollen sie doch rumhampeln und sich zum Affen machen, aber ein bisschen Spaß hätte diesem Machwerk wirklich gut getan. Natürlich bietet der bierernste Dilettantismus mächtig Angriffspunkte für eine Verballhornung. Nackt unter Affen ist aber wirklich so schlecht, daß man ermüdet kaum mehr des Spottens fähig bleibt. Trockenen Mundes mag ich bekunden, daß es sich hiermit um einen der miesesten Filme aus den ohnehin regelmäßig um das Ausloten filmischer Tiefen bemühten italienischen Schmieden handelt, der mir jemals untergekommen ist. Antun möchte ich das niemandem.

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