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Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz, The (1969)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 03.08.2004, seitdem 1397 Mal gelesen


„The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz“ ist außergewöhnlicher und harter Western von Sam Peckinpah.
Der Desperado Pike Bishop (William Holden) und seine Bande von Gesetzlosen rauben in Uniformen getarnt eine Bank aus und bleiben scheinbar unbemerkt. Doch das Ganze stellt sich als Falle heraus und endet in einer blutigen Schießerei, der nur einige Mitglieder der Bande lebend entkommen. Damit entfacht Peckinpah gleich zu Beginn des Films eine derbe und glänzend inszenierte Schießerei, die seine typische Handschrift trägt.
Von der Bande sind nur noch Anführer Pike, sein bester Freund Dutch Engstrom (Ernest Borgnine), die Gorch-Brüder Lyle (Warren Oates) und Tector (Ben Johnson), der Mexikaner Angel (Jaime Sánchez) und der alte Freddie Sykes (Edmond O'Brien) übrig. Doch die Beute aus dem Überfall war lediglich ein Köder und besteht nur aus wertlosen Metallringen. Darauf gerät die Truppe in einen Streit, den Pike nur in letzter Sekunde durch seine unnachgiebige Art beenden kann. Auch hier schlägt der Film die Peckinpah-typischen Topoi um Männerfreundschaft auf dem Prüfstand an, deren Figuren sich in einer harten und zynischen Welt durchschlagen müssen.

Während ihnen eine Horde von Verfolgern, geleitet von dem geschnappten und inzwischen auf seine alte Truppe angesetzten Ex-Bandenmitglied Deke Thornton (Robert Ryan), ihnen auf den Fersen ist, beschließen die müden Desperados eine letzte Aktion, um sich zur Ruhe setzen zu können. Dafür wenden sie sich an einen mexikanischen Rebellenführer…
„The Wild Bunch“ ist ein harter Western, dessen äußere Handlung zwar nicht simpel, aber dennoch geradlinig und ohne große Verschachtelungen abläuft. Die Wendungen kommen langsam und nur ab und zu überraschend, wirken aber immer glaubwürdig. Doch die Spannung erreicht ein recht hohes Niveau, was lediglich durch die kleinen Hänger zwischen dem Auftakt und dem Treffen mit dem Rebellenführer etwas getrübt wird. Durch kurze Rückblenden bekommt man ein ungefähres Bild der Charaktere und ihrer Weltsicht, aber Peckinpah verzichtet darauf durch zu langes Auswalzen dieser Rückblenden von der Haupthandlung abzulenken.
Neben dem spannend Westernplot enthält der Film aber auch die Peckinpah-typische Sub-Ebene des Lebens in einer harten, zynischen Welt. Seine Helden sind keine aufrechten Cowboys, sondern vom Leben enttäuschte Desperados, die skrupellos töten und selbst Frauen als Schutzschilde benutzen. Kaum einer von ihnen hat Träume und nur wenige Prinzipien; die meisten finden ihr Glück in einer Nacht mit Suff und Prostituierten. Aber bei Peckinpah kommt niemand gut weg: Frauen sind ebenso hinterhältig Männer und auch Kinder werden von der Welt geprägt: Sie lassen in sadistischen Spielchen Skorpione gegen Ameisen antreten, um anschließend auch die siegreichen Ameisen abzufackeln, geraten mitten in Blutbäder und greifen ab und zu sogar selbst zur Waffe. Damit zeichnet Peckinpah einen krassen Gegenentwurf zu den heroischen Western; selbst sein Hoffnungsschimmer am Ende gilt nicht mehr für die Protagonisten, sondern lediglich der einzig rechtschaffenen Sache innerhalb der Handlung.

Ähnlich wie der aus dem gleichen Jahr stammende „Agenten sterben einsam“ ist „The Wild Bunch“ ein visionärer und das spätere Actiongenre prägender Film, denn Peckinpahs Stil beeinflusste ganz klar Regisseure wie John Woo oder Walter Hill (dessen „Ausgelöscht“ eine klare Hommage an „The Wild Bunch“ ist). Es gibt zwar nur drei Schießereien, aber alle drei sind fantastisch inszeniert und sehr lang geraten: Der Auftakt, der Überfall inklusive Verfolgungsjagd und das finale Todesballett, welches Filmgeschichte schrieb. Mit der Verwendung von Stilmittel wie Zeitlupe und ästhetisierter, kunstvoller Gewalt lassen die blutigen Shoot-Outs von „The Wild Bunch“ selbst diverse neuere Produktionen alt aussehen.
Die Darsteller spielen allesamt sehr überzeugend, wobei vor allem William Holden als zentraler Charakter eine klasse Leistung abliefert. Doch auch die anderen Schauspieler innerhalb des großartigen Ensemble schaffen es auf wunderbare Weise den Zynismus und die Hoffnungslosigkeit der Figuren von „The Wild Bunch“ auch darstellerisch überzeugend rüberzubringen.

„The Wild Bunch“ ist ein prägender Film, denn Action- und/oder Westernfans auf jeden Fall gesehen haben sollten, vor allem im Directors Cut wie er z.B. auf der britischen DVD zu finden ist.


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