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Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz, The (1969)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 16.08.2004, seitdem 619 Mal gelesen


Ein seiner Zeit vorrauseilender, ungewöhnlich blutiger und modern inszenierter Spätwestern, der sich zweifelsohne zu den herausragendsten Beiträgen seines Genres zählen darf. So überrascht "Wild Bunch" zum einen durch seine ungewöhnliche, mehreren Gruppen von teils alles andere als hollywoodtypischen Charakteren folgender Geschichte, zum anderen durch die im einzigartigen Peckinpah-Stil gehaltenen, bluttriefenden und kompromisslosen Actionszenen. Alteingessene Westerntraditionen wie beispielsweise die des makellosen Klischeetyps vom heldenhaften Cowboy ala John Wayne bedeuten Peckinpah wenig, er geht seinen ganz eigenen, Konventionen brechenden Weg und folglich ist "Wild Bunch" im genreinternen Vergleich auch weitesgehend ohne Konkurrenz. Zugegebenerweise ist "Wild Bunch" aber auch ein gewöhnungsbedürftiger Film: Einige Charaktere nerven relativ stark und auch so manche Szene wirkt sehr überspitzt. Mich persönlich störte z.B. das wirklich inflationär eingesetzte und nur selten passende, teilweise fast schon ekelhafte Gelächter bei vermeintlich witzigen Situationen. Natürlich sei dabei angemerkt, daß dies ein subjektiver Eindruck ist...
Desweiteren muss ich einige Längen im Filmfluss ankreiden: So gibt es im ausufernden Mittelteil kaum einen sichtbaren Fortschritt in der Story und die Kamera verweilt nur allzu gern bei sinnfreien Besäufnissen und ähnlich unnötigen Füllszenen. Freilich stört dies nicht in dem Maße, als daß man von Langeweile sprechen könnte, dennoch bremst es den Film ein wenig aus.
Für etwaige kleine Hänger entschädigt letztlich aber der geniale, bluttriefende Showdown, der in Sachen Bodycount neue Maßstäbe im Westernmetier aufstellt - auch in Sachen Härte. Inovativ zudem die Verwendung der Peckinpah-typischen Action-Zeitlupe, die man in dieser Form zuvor kaum zusehen bekam. Ich wage zu behaupten, daß Walter Hills finales Gemetzel in "Ausgelöscht" ganz bewusst eine Homage an Peckinpahs Western-Blutorgie von 1969 darstellt. Die Parallelen sind wahrlich verblüffend...
Bei den Darstellerleistungen gibt es beim "Wild Bunch" kaum Anlass zur Kritik. Mit William Holden und Ernest Borgnine finden sich zwei Veteranen des Western und auch die ergänzenden Schauspieler wissen zu überzeugen, vielleicht gerade durch ihre nicht makellose Ausstrahlung.

Dreckig, brutal und in vielerlei Hinsicht unkonservativ stellt "Wild Bunch" ein zeitloses und konkurrenzloses, vielleicht einen Tick zu lang und überzeichnet geratenes aber perfekt inszeniertes Meisterwerk dar, das in keiner Filmsammlung fehlen darf! Einzigartig und und doch wegweisend zugleich...


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